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Nach Bundestagswahl : Rücktrittsforderungen an Seehofer

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Sitzen in einem Boot: Markus Söder und Horst Seehofer Bild: dpa

Sogar ein Landtagsabgeordneter fordert nun den Rücktritt des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer. Kronprinz Markus Söder glaubt, die Debatte werde anhalten.

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          In der CSU wächst der Druck auf den Parteivorsitzenden Horst Seehofer, nach dem Wahldebakel bei der Bundestagswahl zurückzutreten. Als erster Landtagsabgeordneter forderte der CSU-Mann Alexander König am Dienstag Seehofers Rücktritt. „Ich glaube, wir brauchen einen anderen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl“, sagte König im Bayerischen Rundfunk. Der „Frankenpost“ sagte König, Seehofer habe viel für Bayern getan. „Doch nun ist es an der Zeit für einen Neuen.“

          Mit den Äußerungen Königs erreichte der seit dem Wahlsonntag in der CSU verbreitete Unmut über Seehofer nun direkt die bayerische Regierungsfraktion. Seehofer will am Mittwoch mit den Landtagsabgeordneten über das schlechte Abschneiden bei der Bundestagswahl diskutieren. Die Landtagsabgeordneten sind mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl im kommenden Jahr verunsichert und fürchten den Verlust der absoluten Mehrheit.

          Söder: Druck wird anhalten

          Zuvor hatten verschiedene Orts- und Kreisvorsitzende bereits einen personellen Neuanfang gefordert, im CSU-Vorstand auch der ehemalige CSU-Generalsekretär und derzeitige Chef der bayerischen Seniorenunion, Thomas Goppel. Der Vorsitzende des CSU-Kreisverbands Nürnberg West, Jochen Kohler, schrieb auf seiner Facebook-Seite: „Auch wenn Herr Seehofer selber gesagt hat, dass er ,keine Sekunde’ an einen Rücktritt denke, wir tun dies! Für einen personellen Neuanfang!“ Die Ortsvorstände des mittelfränkischen CSU-Ortsverbands Großhabersdorf hatten am Montag erklärt: „Horst Seehofer hat als Parteivorsitzender das historisch katastrophale Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl persönlich zu verantworten.“

          Der als möglicher Kronprinz Seehofers geltende bayerische Finanzminister Markus Söder erwartet nun länger anhaltenden hohen Druck auf den Parteichef. „Nach so einem Debakel eines Wahlergebnisses ist es doch selbstverständlich, dass die Basis rumort und dass die Leute verunsichert sind – das wird auch nicht die nächsten Tage vorbei sein.“ Söder sagte allerdings über die Rücktrittsforderungen, eine „Hauruckentscheidung“ bringe nichts.

          Bisher konzentriert sich die Kritik am CSU-Vorsitzenden auf Franken. Seehofer ist Mitglied des mit Abstand mitgliederstärksten CSU-Bezirks Oberbayern. Bei der Wahl am Sonntag hatte die CSU in Bayern mit 38,8 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949 geholt und noch stärker als die Schwesterpartei CDU an Zustimmung verloren.

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