https://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/bundestagswahl-die-waehler-haben-sich-entschieden-15210450.html

F.A.Z. Woche exklusiv : Die Wähler haben sich festgelegt

  • Aktualisiert am

Wer ist der bessere Redner und wer hat mehr Führungsqualitäten? In fast allen Kategorien der Umfragen liegt die Kanzlerin vor ihrem Herausforderer. Bild: Reuters

Drei Viertel aller Wahlberechtigten haben sich laut einer Forsa-Studie entschieden, welche Partei sie am Sonntag wählen werden. Mit großen Überraschungen rechnen die Demoskopen nicht mehr.

          1 Min.

          Die Hoffnung der SPD und ihres Kanzlerkandidaten Martin Schulz, bis zur Bundestagswahl an diesem Sonntag noch viele Unentschlossene von sich überzeugen zu können, hat sich als Trugschluss erwiesen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts Forsa, deren Ergebnisse exklusiv in der Frankfurter Allgemeinen Woche veröffentlicht werden. Wie die Meinungsforscher in der aktuellen Ausgabe des Magazins (Erscheinungstag Freitag) schreiben, hätten sich wenige Tage vor der Wahl rund drei Viertel der Wahlberechtigten festgelegt, welcher Partei sie ihre Stimme geben werden. Jenes Viertel, das angebe, noch nicht sicher zu sein, werde erfahrungsgemäß nicht zur Wahl gehen. „Das Ergebnis dürfte in groben Konturen feststehen“, schreiben die Demoskopen.

          Letztlich, so die Wahlforscher, habe sich Martin Schulz in den Augen der Bürger „nicht als kanzlertauglich“ erwiesen, und sei es der SPD nicht gelungen, „ausreichend politische Kompetenz auszustrahlen, um gewählt zu werden“. Der Studie zufolge hat sich die Kompetenz, die Wähler der Union und der SPD auf verschiedenen Politikfeldern zuschreiben, im Laufe des Wahlkampfs kaum verändert. Anfang August wie Mitte September hätten die Befragten die Union in den Bereichen „Ökonomie“, „Sicherheit“ und „Integration“ für kompetenter gehalten. Die SPD hingegen habe nur auf dem Feld „Gerechtigkeit“ vor der Union gelegen, dort im Laufe der Wahlkampfs aber an Vorsprung verloren.

          Wähler sehen in Merkel die geeignetere Kandidatin

          Zu einem ähnlichen Befund kommen die Demoskopen beim Vergleich der Profile von Martin Schulz und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am Anfang wie am Ende des Wahlkampfs habe Merkel in nahezu allen abgefragten Kategorien deutlich vor ihrem Herausforderer gelegen. Wenige Tage vor der Wahl attestierten Merkel demnach siebzig Prozent Führungsqualitäten, während sich über Schulz nur 27 Prozent so äußerten. Die Wähler hielten Merkel überdies für vertrauenswürdiger und eher in der Lage, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen.

          Dieser Artikel stammt aus der Frankfurter Allgemeine Woche.

          Auch habe die Kanzlerin in den Augen der Bürger die angenehmere Ausstrahlung. Lediglich bei der Bewertung des Sprachgebrauchs sei eine knappe Mehrheit der Meinung, Schulz könne sich verständlicher ausdrücken als Merkel. Die Demoskopen kommen zu dem Schluss: „Die Strategie von Schulz, sich in der direkten Konfrontation mit Angela Merkel als der bessere Kandidat zu profilieren, ist somit völlig fehlgeschlagen.“.

          Weitere Themen

          Die Dippemess zieht vom Ratsweg weg

          Heute in Rhein-Main : Die Dippemess zieht vom Ratsweg weg

          Die Europäische Schule hat einen neuen Standort gefunden. Und die Messe Frankfurt wird im laufenden Jahr einen Millionenverlust schreiben, bleibt aber optimistisch. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Gewaltsame Proteste vor Parlamentsgebäude in Tobruk Video-Seite öffnen

          Libyen : Gewaltsame Proteste vor Parlamentsgebäude in Tobruk

          Die Demonstranten warfen in der Nacht zu Samstag Steine und entzündeten Feuer vor dem libyschen Parlamentsgebäude in der Stadt Tobruk. Sie verlangen die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen. Auch in der Hauptstadt Tripolis war es zu Protesten gekommen.

          Ausgerechnet Aiwanger!

          Fraktur : Ausgerechnet Aiwanger!

          Ist es besser, Corona vom bayerischen Wirtschaftsminister zu bekommen als von Martin Semmelrogge? Oder ist schon die Frage ungehörig?

          Topmeldungen

          Nicht mehr ganz so glänzend: Neue Tesla-Autos in der staubigen Grünheider Landschaft

          Tesla-Fabrik in Grünheide : Nicht mehr ganz so Giga

          Die Produktion stockt, die Personalsuche auch: Bei Tesla läuft es nicht rund. Jetzt formiert sich auch noch Widerstand gegen die Erweiterung des Werks, denn der Wald, der dort jetzt steht, war nie als Gewerbefläche gedacht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.