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Bundestagswahl ausgezählt : Union siegt, FDP scheitert

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Angela im Glück: Mit ihrem triumphalen Wahlsieg hat die alte und neue Kanzlerin Geschichte geschrieben Bild: AP

Eine absolute Mehrheit hat die Union dann aber doch nicht erreicht. Nun muss sie mit der SPD oder den Grünen eine Koalition bilden. Denn Schwarz-Gelb ist Vergangenheit - die FDP ist erstmals seit 1949 nicht mehr im Bundestag.

          Die Union ist klarer Wahlsieger - die FDP erstmals seit 1949 nicht mehr im Bundestag vertreten. Nach Auszählung aller 299 Wahlkreise kamen CDU und CSU am Sonntag auf 41,5 Prozent der abgegebenen Stimmen. Für eine eigene Mehrheit, wie die Daten zunächst nahelegten, hat es aber dann doch nicht gereicht. Die Union konnte aber deutlich gegenüber der Wahl von 2009 zulegen, als sie mit 33,8 Prozent ihr schlechtestes Wahlergebnis seit 1949 erhielt.

          Die bisherige Regierungspartei FDP verfehlte mit 4,8 Prozent den Einzug in den Bundestag.2009 hatte die Partei noch mit 14,6 Prozent das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte erreicht. Die schwarz-gelbe Bundesregierung ist somit abgewählt.

          Die SPD erreichte 25,7 Prozent. Damit haben die Sozialdemokraten mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gegenüber der Wahl 2009 hinzugewonnen, als sie mit 23 Prozent ihr mit Abstand schlechtestes Ergebnis in der Geschichte erzielte.

          Diese Zahlen wurden auf der Internetseite des Bundeswahlleiters veröffentlicht - aber noch nicht als vorläufiges amtliches Endergebnis, sondern als „Zwischenergebnis“.

          AfD knapp gescheitert

          Die Grünen mit ihren beiden Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin erhielten 8,4 Prozent der Stimmen. Die Partei schnitt damit etwas schlechter ab als 2009 (10,7 Prozent). Die Linkspartei erreichte 8.6 Prozent, nach 11,9 Prozent im Jahr 2009. Die eurokritische Partei „Alternative für Deutschland (AfD) verpasste bei ihrer ersten Bundestagswahl mit 4,7 Prozent knapp den Einzug ins Parlament. Die Piratenpartei scheiterte klar an der Fünfprozenthürde.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte eine Zusammenarbeit mit den Eurokritikern um Sprecher Bernd Lucke vor der Wahl „definitiv“ ausgeschlossen. Alle Hochrechnungen zur Bundestagswahl

          Jubel im Konrad-Adenauer-Haus

          Merkel würdigte das Wahlergebnis als großen Vertrauensbeweis für die Union. Sie danke den Wählern, die ein „so überragendes Vertrauen“ gezeigt hätten, sagte Merkel am Sonntagabend unter dem Jubel ihrer Anhänger in Berlin. „Wir werden damit verantwortungsvoll und sorgsam umgehen.“ Bei ihrer dritten Wahl als Spitzenkandidatin für die CDU/CSU übertraf Merkel erstmals die 40-Prozent-Marke. „Das ist ein super Ergebnis“, sagte Merkel. „Wir haben wirklich gekämpft.“

          Merkel bedauerte, dass die FDP voraussichtlich den Wiedereinzug in den Bundestag verpasst hat. Die Union und die Liberalen hätten gemeinsam gute Arbeit geleistet, sagte die Kanzlerin. Sie habe sich „wirklich von Herzen gewünscht“, dass es die FDP wieder ins Parlament schaffe. Zugleich verteidigte Merkel die Entscheidung der Unionsspitze, eigene Anhänger nicht zur Wahl der FDP aufzurufen. „Das war kein Fehler“, sagte sie. Die FDP habe in der Vergangenheit immer wieder „aus eigener Kraft“ den Einzug in den Bundestag geschafft. Auch früher hätten Spitzenpolitiker der Union nicht um Stimmen für die FDP geworben.

          Steinbrück gratuliert Merkel

          Zu möglichen Bündnissen nach einem Ende von Schwarz-Gelb wollte die Kanzlerin sich nicht äußern. Sie wolle keine Spekulationen anstellen, zumal noch kein Endergebnis vorliege, sagte Merkel. Es sei außerdem „guter Brauch“, Wahlergebnisse zunächst in den Parteigremien zu diskutieren. Allerdings gehe sie davon aus, dass die Union keine absolute Mehrheit der Sitze im Bundestag haben werde.

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