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Das Ende klarer Verhältnisse : Keine Partei kann sich mehr in Sicherheit wiegen

Das Ende der Raute: Wahlwerbung der CDU am Washingtonplatz in Berlin Bild: Picture-Alliance

Mit dem Schrumpfen der Union markiert das Wahlergebnis das Ende der Ära Merkel – und der gewohnten Regierungs- und Parteienverhältnisse. Was folgt darauf? Eine Analyse.

          6 Min.

          Am Ende war bei den Unions­par­tei­en alle Hoff­nung verge­bens. Zwar war das Stim­mungs­bild in den beiden Wochen vor der Bundes­tags­wahl nicht mehr ganz so düster wie im August, als für CDU und CSU ein Stim­men­an­teil von 20 Prozent oder weni­ger möglich erschien. Aber weder die Aussicht auf ein Deba­kel von histo­ri­schem Ausmaß noch auf die Möglich­keit einer massi­ven Links­ver­schie­bung der poli­ti­schen Koor­di­na­ten durch eine Koali­ti­on von SPD, Grünen und Linken vermoch­ten die Wähler der Unions­par­tei­en in hinrei­chen­dem Maß zu mobi­li­sie­ren. Im Gleich­klang verlo­ren CDU und CSU gegen­über der Bundes­tags­wahl 2017 jeweils mehr als sieben Prozent­punk­te auf nunmehr zusam­men 24,1 Prozent der Zweitstimmen. 

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Doch sind die Zeiten längst vorbei, in der sich die ange­stamm­ten Volks­par­tei­en CDU/CSU und SPD wie kommu­ni­zie­ren­de Röhren verhal­ten. Dem schlech­tes­ten Ergeb­nis der Unions­par­tei­en seit dem Bestehen der Bundes­re­pu­blik entsprach eines der schlech­tes­ten für die SPD. Mit 25,7 Prozent der Zweit­stim­men konn­ten die Sozi­al­de­mo­kra­ten zwar die Nieder­la­ge von 2017 verges­sen machen, als die Partei nur 20,5 Prozent der Stim­men erhal­ten hatte. Doch die 30-Prozent-Marke, die sich das im Herbst 2019 gewähl­te Führungs­duo Saskia Esken/Norbert Walter-Borjans zum Ziel gesetzt hatte, wurde selbst mit einem Bewer­ber um das Amt des Bundes­kanz­lers verfehlt, der seine beiden Mitbe­wer­ber Armin Laschet (CDU) und Anna­le­na Baer­bock (Grüne) sowohl auf dem Feld der Kompe­tenz- wie der Persön­lich­keits­wer­te deklassierte. 

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