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Bundestagswahl 2013 : Keine Mehrheit für Schwarz-Gelb

  • -Aktualisiert am

Der Wähler hat es nun in der Hand, fast siebzig Prozent sind zur Wahl entschlossen Bild: dpa

Das Interesse an der Wahl ist stark gestiegen. Die meisten erwarten, dass Angela Merkel bleibt. Aber mit wem wird sie regieren? Eine Allensbach-Umfrage zur Bundestagswahl.

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          Kurz vor Toresschluss kommt der Wahlkampf der Parteien doch noch in Fahrt. Obwohl das Fernsehduell von vielen Zuschauern als nicht sonderlich interessant empfunden wurde, ist seitdem das Interesse an der Wahl erheblich angestiegen. Die Bayernwahl verstärkt die Spekulationen über den möglichen Wahlausgang und hat insbesondere die Anhänger von FDP und Grünen alarmiert. War die Wahl noch vor kurzem für die überwältigende Mehrheit der Bürger kein Thema, hat sich das jetzt gedreht: Binnen kurzem ist der Anteil derjenigen, die sich mit anderen über die bevorstehende Bundestagswahl unterhalten haben, von 29 auf 49 Prozent angestiegen.

          Genauso sind Kanzlerin und Kanzlerkandidat immer häufiger Gesprächsthema. Parallel hat die Entschlossenheit, zur Wahl zu gehen, sprunghaft zugenommen. Ende August waren sich lediglich 61 Prozent sicher, dass sie wählen werden, jetzt 69 Prozent; weitere 13 Prozent sind sich noch nicht ganz sicher. Die Übrigen, die zur Wahlenthaltung tendieren, kennzeichnet vor allem ein weit unterdurchschnittliches Interesse an Politik. Während sich 69 Prozent der zur Wahl Entschlossenen für Politik interessieren, sind es unter den voraussichtlichen Nichtwählern lediglich 20 Prozent.

          Der „politische“ Nichtwähler

          Der bewusste Verzicht auf die Stimmabgabe wird oft als Ausdruck von Parteienverdrossenheit oder Mangel an überzeugenden politischen Alternativen interpretiert. Diesen „politischen“ Nichtwähler gibt es, doch ist er keineswegs typisch für die Bürger, die sich nicht oder nur sporadisch an Wahlen beteiligen. Nichtwähler kennzeichnet vielmehr durchgängig eine weit unterdurchschnittliche Anteilnahme an politischen Entwicklungen. Sie unterhalten sich nicht nur kaum über die bevorstehenden Wahlen, sondern generell nur wenig über Politik und verfolgen auch politische Sendungen und Berichte weitaus weniger als der Durchschnitt der Bevölkerung.

          Dass die Beteiligung an Wahlen heute meist niedriger ist als vor zwanzig, dreißig Jahren, geht vor allem auf die politisch weniger interessierten Bevölkerungskreise zurück. Es gibt jedoch keinen kontinuierlichen Trend. Vielmehr hängt die Beteiligung heute stärker davon ab, ob eine Wahl in den Augen der Bürger wichtig ist und ob man ein Zeichen setzen möchte – sei es positiv oder negativ. Die Beteiligung an der Bayernwahl war 6 Prozentpunkte höher als vor fünf Jahren. Zurzeit signalisieren die Absichten der Bürger eine Beteiligung mindestens auf dem Niveau der letzten Bundestagswahl.

          Nicht nur die Entschlossenheit, sich an der Wahl zu beteiligen, hat steil zugenommen, sondern auch die Tendenz, sich auf eine oder zwei Parteien festzulegen. Ende August hatten erst 64 Prozent der zur Wahl Entschlossenen ihre Entscheidung gefällt, jetzt 70 Prozent. Das heißt allerdings, dass immer noch knapp jeder Dritte schwankt, wem die Stimme zukommen soll beziehungsweise ob und wie die beiden Stimmen verteilt werden. Fragt man nicht nach den konkreten Wahlabsichten, sondern danach, welche Parteien in Betracht gezogen werden, nennen 31 Prozent der Wahlwilligen zwei Parteien, 11 Prozent sogar drei Parteien.

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