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Bundestagswahlen seit 1949 : 2002: Schröder hilft der Himmel

Flutkanzler: Gerhard Schröder besucht im Wahlkampf 2002 die überflutete sächsische Kleinstadt Grimma. Bild: dpa

19 Wahlen, 19 Geschichten. Heute: Kanzler Gerhard Schröder bewährt sich vor der Bundestagswahl 2002 als Flut-Krisenmanager – und die CDU wird von der Spendenaffäre geschüttelt. Teil 15 unserer Wahlserie.

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          Womöglich wurde die Bundestagswahl des Jahres 2002 nicht am Wahltag, dem 22. September, entschieden, sondern gut einen Monat früher, am 12. August. An diesem Tag begann nämlich am Himmel über Mitteleuropa ein Unheil, das Milliardenschäden verursachen und mehr als 100 Menschen das Leben kosten sollte. Allein innerhalb der ersten 24 Stunden fiel in einigen Gegenden so viel Regen wie in normalen Zeiten innerhalb mehrerer Monate. Die unfassbaren Wassermassen sammelten sich vor allem in der Elbe. Teile der Altstadt Dresdens wurden überschwemmt, die Rettungskräfte wussten nicht mehr, wo sie zuerst eingreifen sollten.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Solche Situationen können das Leben führender Politiker entscheidend beeinflussen. Entweder sie bewähren sich in der Krise, oder sie gelten innerhalb kürzester Zeit als Versager. Der Ruhm des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt wurde durch eine solche Naturkatastrophe, die große Nordsee-Sturmflut 1962, begründet. Und auch Schmidts Parteifreund Gerhard Schröder, seit 1998 Bundeskanzler, wusste die politische Gunst der Naturkatastrophe so gut wie möglich zu nutzen. Er war im richtigen Moment am Ort des Geschehens. Die von ihm geführte Bundesregierung beschloss ein Hilfspaket im Umfang von 100 Millionen Euro. Hinzu kam eine riesige Solidaritätswelle in der Bevölkerung. Die Spendenbereitschaft für die vor allem in Ostdeutschland beheimateten Opfer der Flut war sehr groß. Die Hilfe der Bundesregierung war also gewissermaßen Teil einer großen nationalen Kraftanstrengung.

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