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Bundestagswahlkampf : Die gefühlte Kompetenz

  • -Aktualisiert am

Erstes Fernseh-Triell der Spitzenkandidaten: Wer macht – rein emotional betrachtet – am ehesten einen kanzlertauglichen Eindruck? Bild: dpa

Was unterscheidet Baerbock von Laschet von Scholz? Viele Wähler haben auf diese Frage keine sachpolitische Antwort. Dafür aber eine emotionale.

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          Wofür steht Olaf Scholz? Was unterscheidet ihn von Annalena Baerbock? Und was zeichnet Armin Laschet aus? Viele Wähler dürften auf diese Fragen keine sachpolitische Antwort haben. Aber eine gefühlte: Ausgerechnet Scholz ist im Aufwind, weil er nichts macht, aber immerhin auch keine Fehler. Baerbock will das Klima retten, hat den Wahlkampf aber ziemlich verbockt, weshalb Habeck doch der Bessere gewesen wäre. Und Laschet? Galt lange als Favorit, hat dann aber an der falschen Stelle gelacht, und überhaupt: Mit Söder wäre der Union das nicht passiert!

          Wer solche Sätze nur für platt hält, verkennt, wie sehr sich auch die deutsche Politik in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Schon früher bildeten sich die Wähler ihre Meinung über Politiker oft aus dem Bauch heraus und nicht nur nach deren Programmatik. Doch Emotionalisierung und Personalisierung der Politik haben längst so zugenommen, dass sie die Sachfragen und politischen Lösungsansätze mitunter völlig zu überlagern scheinen. Das liegt einerseits am Internet und den sozialen Medien, die selbst belanglose Fehltritte auf einem Marktplatz so sehr verstärken können, dass ein Kandidat binnen Stunden fallen kann.

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