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Anton Hofreiter im Gespräch : „Es muss vor der Wahl spannend sein“

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„Ich bin ja nicht so der ängstliche Typ“: Anton Hofreiter Bild: www.marco-urban.de

Im F.A.Z.-Interview spricht Anton Hofreiter, der neue Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, über den personellen Wechsel in der Partei, die zukünftige Rolle von Jürgen Trittin und über die Oppositionsarbeit.

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          Herr Hofreiter, wie lange werden die Grünen in der öffentlichen Wahrnehmung noch darunter leiden, dass sie die Chance für Schwarz-Grün nicht genutzt haben?

          Ich glaube nicht, dass die Grünen darunter leiden, dass es nicht zu Schwarz-Grün gekommen ist. Es waren sehr offene und ernsthafte Gespräche. Es gab bei der Union Bewegung im Bereich „offene Gesellschaft“, aber es gab einen ganz entscheidenden Bereich, „ökologische Modernisierung“, wo die Union ein paar Sahnehäubchen aufgetischt hat, wo aber nichts drunter war. Das ist sicher bitter, aber es ist auch eindeutig so, dass Grüne keine Koalition eingehen können mit einem Partner, dem nicht bewusst ist, dass eines der ganz zentralen Themen der nächsten Jahrzehnte die Rettung unserer Lebensgrundlagen ist.

          Es hat doch bestimmt vertrauliche Vorgespräche vor diesen Sondierungen gegeben. Haben Sie Frau Merkel nicht klarmachen können, dass Sie im Punkt Energiewende mehr Entgegenkommen brauchen?

          Ich glaube, dass Frau Merkel am Ende gar nicht unbedingt mit den Grünen koalieren wollte.

          Einer Ihrer Vorgänger als Fraktionsvorsitzender, Fritz Kuhn, der jetzt Stuttgarter Oberbürgermeister ist, hat gesagt, es habe bei den Grünen in den Sondierungsgesprächen „eher Angst“ geherrscht als „der Wille des Gelingens“.

          Ach Gott, ich bin ja nicht so der ängstliche Typ. Wenn ich da an manche Dinge denke, die ich schon erlebt habe, ist Angst etwas, das mir sehr fern liegt.

          Der personelle Wechsel bei den Grünen in Fraktion und Partei wird ja immer als Generationswechsel etikettiert: Wie neu sind die Grünen jetzt geworden?

          Sie sind in vielerlei Hinsicht stark erneuert, weil wir das erste Mal in den ganzen Führungsebenen niemanden mehr aus der Gründergeneration haben. Es ist gut, dass Claudia Roth, Jürgen Trittin und Renate Künast mit ihrer Erfahrung weiterhin dabei sind. Aber führen müssen jetzt andere. Das ist natürlich eine große Verantwortung für die Nachfolgerinnen und Nachfolger.

          Haben Sie für den Übergang ein Beratungsgremium oder Besprechungen mit Trittin und Künast, treffen Sie sich manchmal zu viert, oder geht das eher informell?

          Jürgen Trittin ist einer der angenehmsten und anständigsten Menschen, die man sich in diesem Berliner Polit-Zirkus überhaupt vorstellen kann. Ich habe nie verstanden, warum er in der öffentlichen Wahrnehmung einen anderen Ruf hat. Und er verfügt über ein unglaubliches Wissen und Erfahrung. Es wäre ja total dumm, wenn ich auf solches Wissen völlig verzichten würde, noch dazu, wenn man schon die ganzen Jahre davor mit ihm eng zusammengearbeitet hat.

          Es ist aber noch nicht klar, welche Rolle er künftig spielen wird?

          Jürgen Trittin ist da sehr unkompliziert. Er hat gesagt, er möchte einen Sitz im Auswärtigen Ausschuss. Und er steht jederzeit zur Verfügung, wenn jemand etwas von ihm wissen will. Aber er will sich auch niemandem aufdrängen.

          Ihre Oppositionsarbeit beginnt ja mit der Sorge, dass Sie nicht alle Minderheitenrechte im Parlament nutzen können, da sie mit der Linkspartei das Quorum von 25 Prozent der Abgeordneten nicht erreichen. In der Frage der Untersuchungsausschüsse haben Union und SPD Entgegenkommen angedeutet, bei der Frage der Normenkontrollklage eher nicht. Würde das genügen, um Sie zu einer Klage in Karlsruhe zu motivieren?

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