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Angela Merkel im Mecklenburg-Vorpommerns Marlow: Auch die australischen Loris haben es gut bei ihr. Bild: dpa

„Es war mir eine Ehre“ : Merkels „Arrivederci“ im Wahlkreis 15

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Nach über 30 Jahren tritt Angela Merkel nicht mehr als Bundestags-Direktkandidatin in Mecklenburg-Vorpommern an. Eine Ära geht zu Ende. Für ihren Abschied vor Ort nahm sie sich Zeit.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat drei Tage vor der Bundestagswahl ihren bisherigen Wahlkreis 15 im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns besucht. „Ich wollte nochmal Arrivederci sagen“, erklärte Merkel auf dem Wochenmarkt in Greifswald einer Blumenverkäuferin. Bei der Bundestagswahl am Sonntag tritt die 67-Jährige nicht mehr an. Seit 1990 holte Merkel acht Mal in Folge das Bundestagsdirektmandat. Als Kanzlerin scheidet sie nach 16 Jahren aus dem Amt.

          In Greifswald spazierte sie zusammen mit dem neuen Kandidaten für das CDU-Direktmandat, Georg Günther, und dem CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Michael Sack, durch die Fußgängerzone und besuchte Geschäfte. Sie wurde umringt von überraschten Passanten und hielt immer wieder für Selfies an. Im Anschluss fuhr sie nach Bad Sülze und nach Marlow. Auch auf Rügen war Merkel diese Woche schon auf Abschiedstour.

          „Es war mir immer eine Ehre, für diesen Wahlkreis anzutreten“, sagte Merkel am Rande des Besuchs im Vogelpark. Es war das dritte Mal seit 2012, dass sie den Park besuchte. Dort umflatterten sie ganze Schwärme von knallbunten Lori-Papageien, die ihr aus der Hand fraßen. Einer der australischen Papageien landete sogar auf ihrem Kopf. In der Hand hielt sie einen kleinen Pappbecher mit „Lori-Nektar“ aus getrockneten Blütenpollen, Fruchtzucker, Getreide und Wasser.

          Auch die Wellensittiche waren zutraulich und ließen sich von ihr mit Hirse füttern. Nur beim ausgewachsenen europäischen Uhu war Merkel zurückhaltend. Die etwa 60 Zentimeter große Eule mit den großen Augen wollte sie dann doch nicht halten. „Ne, ne. Ich habe das bei den Sittichen gut gemacht.“ Den Uhu hielt dann Günther mit entsprechendem Falknerhandschuh.

          Der Vogelpark Marlow (Kreis Vorpommern-Rügen) umfasst eine 22 Hektar große Parklandschaft. Zu sehen sind Vögel aus aller Welt, darunter der Blauhalsstrauß aus Afrika oder der Kea aus Neuseeland. Im Vor-Corona-Jahr 2019 meldete der Zoo eine Rekord von 261.000 Besuchern.

          Zum Wahlkreis 15 gehören der Landkreis Vorpommern-Rügen sowie vom Landkreis Vorpommern-Greifswald die Stadt Greifswald und das Amt Landhagen. Diesmal könnte es für die CDU beim Direktmandat knapp werden. Ob es der 33-jährige Betriebsprüfer Günther schafft, in Merkels Fußstapfen treten, gilt als offen.

          Merkel sagte am Rande ihres Besuchs des Salzmuseums in Bad Sülze, dass in den vergangenen Jahren vieles in ihrem Wahlkreis erreicht worden sei. Aber das Erreichte müsse auch immer wieder abgesichert werden. Es werde für ihren möglichen Nachfolger als Bundestagsabgeordneter vieles zu tun geben. Dazu zählten die Krankenversorgung im ländlichen Raum, die kommunalen Finanzen oder auch die Weiterentwicklung des Tourismus.

          Parallel zur Bundestagswahl findet in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag die Landtagswahl statt. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-Politbarometer Extra hervorgeht, kommt die SPD in Mecklenburg-Vorpommern wenige Tage vor der Wahl auf 39 Prozent. Der bisherige Koalitionspartner CDU käme danach auf 14 Prozent und die AfD auf 16. Auf die Linken entfielen 11 Prozent, die Grünen erhielten 7 und die FDP 5,5 Prozent.

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