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AfD-Spitzenkandidatin : Alice Weidel will 15 Prozent holen

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Hat eine klare Zielvorstellung für die Bundestagswahl: AfD-Politikerin Alice Weidel spricht beim Landesparteitag der AfD Baden-Württemberg in Sulz am Neckar. Bild: dpa

Die AfD hat seit der Dresdner Rede von Björn Höcke an Zustimmung verloren. Spitzenkandidatin Alice Weidel formuliert dennoch große Ziele für die Bundestagswahl.

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          AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel strebt bei der Bundestagswahl ein Ergebnis von 15 Prozent der Stimmen in Baden-Württemberg und im Bund an. „Das ist meine persönliche Zielmarke“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag beim Nominierungsparteitag der AfD in Rastatt. Das Wählerpotenzial der Partei sei seit Januar dieses Jahres geschrumpft. „Da muss man realistisch bleiben“. Zuletzt hatte die Partei bei Umfragen im Bund unter zehn Prozent gelegen. Die AfD hatte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr aus dem Stand 15,1 Prozent der Stimmen geholt.

          Im Januar dieses Jahres hatte der thüringische Landeschef Björn Höcke eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert und beklagt, die positiven Elemente der deutschen Historie würden im Vergleich zu den Gräueltaten der Nazizeit nicht genügend beachtet. Weidel gilt als Befürworterin seines Parteiausschlusses.

          Württembergische AfD strebt bestes westdeutsches Ergebnis an

          Auf die Frage, ob ein Beschluss des Thüringer Landesschiedsgerichts zu einem Parteiausschluss Höckes der AfD im Wahlkampf schaden könnte, sagte die Unternehmensberaterin vom Bodensee: „Wir wissen nicht, wann das Landesschiedsgericht entscheidet, hoffen aber, dass es mit der gebotenen Sorgfalt entscheidet.“ Sie wolle gemeinsam mit ihrem Co-Spitzenkandidaten Alexander Gauland die AfD in maximaler Fraktionsstärke in den Bundestag führen, sagte Weidel, die dort die künftige Fraktionschefin werden könnte.

          Bei dem zweitägigen Parteitag stellte die AfD ihre Landesliste mit 30 Kandidaten für den Bundestag zusammen. Es war der dritte Nominierungsparteitag nach den beiden Parteitreffen in Kehl und Nürtingen. Dort waren die Medien ausgeschlossen worden, in Rastatt dürften Journalisten - entgegen vorheriger Prognosen des Landesvorstands - berichten. Die AfD mit knapp 4000 Mitgliedern im Südwesten strebt nach Worten von Landespressesprecher Martin Hess das beste westdeutsche Ergebnis an.

          Punkten will die 38 Jahre alte Weidel im Wahlkampf mit „Themen, die die Menschen bewegen“. Sie nannte die innere Sicherheit, die infolge der Flüchtlingszuwanderung erodiere, sowie die Enteignung der Sparer durch die Niedrigzinspolitik. Plänen, eine Bargeldobergrenze einzuführen, um eine mögliche Kapitalflucht aus den Banken zu verhindern, erteilte sie eine Absage. „Wir sind die einzige Partei, die eine uneingeschränkte Bargeldnutzung fordert.“ In der Finanz- und Steuerpolitik stehe die AfD für eine steuerliche Entlastung der Arbeitnehmer durch eine Abschaffung der Kalten Progression und die Einführung eines an der Kinderzahl orientierten Familiensplittings.

          Für einen EU-Austritt wie die Rechtspopulistin Marine Le Pen plädiert Weidel nicht. Davor müsse der Versuch stehen, die EU zu reformieren. Sie sehe keine Gemeinsamkeiten mit der französischen Rechts-Partei: „Die Front National hat innen- und wirtschaftspolitisch eine andere Ausrichtung, ist sozialistisch und hochprotektionistisch.“

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