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AfD-Wahlergebnis : Ziel weit verfehlt

  • -Aktualisiert am

Mehr als ein blaues Phantom: Die AfD hat sich rechtsaußen etabliert. Bild: 360-Berlin

Die AfD ist mit dem Ziel gescheitert, in Richtung zwanzig Prozent zu marschieren. Aber sie ist immer noch im Parlament – als rechtsextreme und destruktive Opposition.

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          Vor vier Jahren hatte Alexander Gauland nach dem Einzug der AfD in den Bundestag eine düstere Prophezeiung ausgestoßen. Seine aus dem Stand drittstärkste Fraktion werde „Frau Merkel oder wen auch immer jagen“ und sich „unser Land wiederholen“. Als politische Großwildjäger haben der von Rachegelüsten auf seine einstige Partei getriebene Gauland und seine Kameraden vom äußersten rechten Rand ihr Ziel zum Glück für Deutschland weit verfehlt.

          Die in weiten Teilen und besonders in Ostdeutschland unter Mitwirkung Gaulands zur rechtsextrem-völkischen Partei mutierte AfD hat wichtige Wahlziele nicht erreicht. Am Wahltag und womöglich noch darüber hinaus ist Angela Merkel weiter als hoch angesehene und respektierte Kanzlerin im Amt. Gescheitert ist hingegen die AfD mit ihrem Ziel, in Richtung zwanzig Prozent zu marschieren und sich als die mit Abstand stärkste Oppositionsfraktion festzusetzen.

          Als traurige Wahrheit bleibt jedoch, dass sich die AfD zumindest in Ostdeutschland als destruktive und verfassungsfeindliche Kraft in Volksparteistärke etabliert hat. Dabei kann sie sich auf eine Wählerschaft stützen, die sich weder an schmutzigen Machtkämpfen und Spendenaffären noch an dem latent rassistischen Gedankengut vieler Parteifunktionäre und Mandatsträger stört. Für sie ist die AfD eine „normale“ Partei. Das ist ein verstörender Befund.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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