https://www.faz.net/-gpf-agd4o

„Lega Ost“ : Rückt die AfD noch weiter nach rechts?

  • -Aktualisiert am

Sie werden in der AfD keine Freunde mehr: Jörg Meuthen, Tino Chrupalla und Alice Weidel nach der Bundestagswahl in Berlin. Bild: AFP

Der auf Harmonie getrimmte Wahlkampf der AfD-Spitze hat die Risse übertüncht. Nach der Wahl ist der Machtkampf auch um den Kurs wieder entbrannt.

          1 Min.

          Einen filmreifen Abgang wie seine Vorgängerin Frauke Petry vor vier Jahren hat sich Jörg Meuthen erspart. Anders als die aus der Partei geflohene Petry führte der AfD-Vorsitzende lieber auf offener Berliner Bühne einen Tag nach der Bundestagswahl Szenen einer völlig zerrütteten Ehe mit gleich zwei Partnern zu seiner Rechten auf. Der vor der Wahl eingefrorene Machtkampf ist wieder in voller Härte entbrannt. Und das von Meuthens Intimfeinden Alice Weidel und Tino Chrupalla im Wahlkampf dargebotene Schmierentheater einer freundlich auftretenden Rechtsaußenpartei muss nicht weiter gespielt werden.

          Das immer noch knapp zweistellige Wahlergebnis der AfD enthält zwei gegensätzliche Botschaften für den weiteren Kurs der Partei. Will sich die AfD im Blick auf ihren Triumph als stärkste Partei in Sachsen und Thüringen mit vielen direkt gewählten Bundestagsabgeordneten als „Lega Ost“ noch weiter nach rechts radikalisieren und so dauerhaft etablieren? Eine Strategie, die der Thüringer AfD-Anführer Höcke erfolgreich propagiert. Oder wird sie sich, wie von Meuthen gefordert, wieder verstärkt im bürgerlichen Gewand wie einst AfD-Gründer Lucke auf von der CDU enttäuschte Wähler im Westen konzentrieren? Denn dort hat sie gerade wegen ihrer von Weidel und Chrupalla mitgetragenen völkischen Ausrichtung und trotz der Anbiederung an die „Querdenker“-Szene herbe Verluste erlitten. Der Erfolg im Osten hat dies gesamtdeutsch nicht kompensieren können.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Forschung im Unterdruck-Labor: Viren werden in einer Nährlösung zur Vermehrung angeregt.

          Versuche mit dem Coronavirus : Außer Kontrolle

          Forscher haben am Wuhan-Institut mit amerikanischem Geld gefährliche Coronavirus-Experimente vorgenommen. Die „Gain-of-Function-Forschung“ muss dringend in ihre Schranken verwiesen werden. Ein Gastkommentar.
          Seit gut drei Jahren ein Paar: Prinz Philippos und Nina Flohr bei einer Hochzeit im Jahr 2019.

          Royale Hochzeit in Athen : Königssohn heiratet Milliardärstochter

          Prinz Philippos, der jüngste Sohn des letzten Königs der Hellenen, gibt am Samstag Nina Flohr das kirchliche Jawort in Athen. Noch wird gerätselt, wer zu den Gästen zählt. Fehlen wird Philippos’ ver­unglückte Patentante: Prinzessin Diana.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.