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Auf Amazon gescheitert : AfD will Wahlprogramm als E-Book verkaufen

  • Aktualisiert am

Gedruckt und gebunden: das Wahlprogramm der AfD für die Bundestagswahl Bild: dpa

Die AfD bietet ihr Wahlprogramm kostenpflichtig auf Amazon an. Dabei gibt es das woanders auch kostenlos. Die alternative Parteienfinanzierung ist aber an etwas anderem gescheitert.

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          Die AfD hat für eine Internetaktion viel Hohn und Spott geerntet: Auf Amazon wollte die Partei ihr Wahlprogramm verkaufen – seit Dienstag bot die AfD die 86 Seiten für 2,99 Euro an, zuletzt kostete die Kindle-Version noch 99 Eurocent. Hinter dem Titel – in großen Lettern „PROGRAMM FÜR DEUTSCHLAND“ – soll sich der Kurzbeschreibung zufolge der Text befinden, den die Delegierten auf dem Bundesparteitag in Köln am 22. und 23. April beschlossen haben.

          Blick ins Buch der AfD? Derzeit nicht als Bezahlversion auf Amazon verfügbar
          Blick ins Buch der AfD? Derzeit nicht als Bezahlversion auf Amazon verfügbar : Bild: Screenshot Amazon

          Dass es sich nicht um ein Plagiat handle, bestätigte der AfD-Pressereferent Andreas Zöllner dem „stern“. Demnach richte sich das Angebot an diejenigen, die das Wahlprogramm gern als E-Book hätten und die AfD unterstützen wollten. Der Verkäufer bei Amazon heißt “Alternative für Deutschland (Autor)“. Dabei ist das Wahlprogramm kostenlos auf der Homepage der Partei zu finden.

          „Keine Reichsmark wert“

          Derzeit heißt es bei Amazon, dass der Artikel nicht erhältlich sei. Grund dafür sind „erhebliche Qualitätsprobleme“. Und weiter: „Wir arbeiten zusammen mit dem Verlag daran, das Problem zu beheben. Wie immer legen wir Wert auf Kundenfeedback.“ Was mit „Qualitätsproblemen“ gemeint ist, war nicht bekannt.

          Rezensionen gab es dagegen reichlich: Ein Kunde bewertete das Wahlprogramm als „billige Kopie“ und schrieb: „Ich fand das Original „Mein Kampf“ deutlich unterhaltsamer, das ist ein schlechtes Plagiat. Desweiteren wurde dieses noch nicht mal verboten, das kann ja nur langweilig sein!“ Ein anderer Nutzer kommentierte, dass es „keine Reichsmark wert“ sei. „Unglaublich schlechter Endwelt-Roman“ und „Entweder Döner oder Wahlprogramm?!“ resümierten zwei weitere Personen.

          Insgesamt hatten bis Donnerstagabend schon 59 Kunden ihre Rezensionen hinterlassen. Im Durchschnitt erhielt die AfD 2.7 von 5 Sternen. Ob das Wahlprogramm abermals zum Verkauf stehen wird, ist nicht bekannt. Parteien ist es in Deutschland nach dem Parteiengesetz erlaubt, durch wirtschaftliche Betätigungen Geld zu verdienen.

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