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Bundestagswahl : Westerwelle hält Kanzlerkandidatur offen

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Westerwelle, Pieper, Brüderle und verfolgen das „Projekt 18” Bild: AP

FDP-Chef Westerwelle will spätestens beim Bundesparteitag der Liberalen vom 10. bis 12. Mai über seine Kanzlerkandidatur entscheiden.

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          FDP-Chef Guido Westerwelle will spätestens beim Bundesparteitag der Liberalen vom 10. bis 12. Mai über seine Kanzlerkandidatur entscheiden. „Alle wichtigen Entscheidungen brauchen etwas Zeit“, sagte Westerwelle der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). Es gebe Millionen, die nach einem „dritten Weg“ zwischen SPD und Union suchten. „Deswegen denke ich darüber nach, ob man das durch eine Kanzlerkandidatur kenntlich machen könnte“, fügte Westerwelle hinzu. Nach Ansicht des FDP-Vorsitzenden hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bewiesen, dass die Wähler derartige Symbole durchaus zu schätzen wissen.

          Am Wochenende hatten sich der stellvertretende Bundesvorsitzende Jürgen Möllemann Westerwelle und Bundesvorstandsmitglied Helmut Hassmann über die Sinnhaftigkeit ienr solchen Kandidatur gestritten. Möllemann hatte Westerwelle ausdrücklich zur Kandidatur als Bundeskanzler ermunterte. Haussmann widersprach solchen Plänen. Vielmehr solle sich Westerwelle in der Rolle des Kanzlermachers profilieren, sagte Haussmann in der „Bild am Sonntag“.

          Möllemann vertrat die Auffassung, dass bei einer Kandidatur die Fernsehsender an Westerwelle nicht vorbeikämen, wenn es um die Besetzung der anstehenden TV-Runden gehe, in denen sich Schröder und Stoiber gegenüberstehen sollen. „Ich möchte die Fernsehanstalt sehen, die dann sagt, wir machen die Sendung nur mit zwei und nicht mit drei Kanzlerkandidaten.“ Westerwelle solle seinen Prozess des Nachdenkens über eine Kanzlerkandidatur bis zum FDP-Bundesparteitag Anfang Mai in Mannheim zu einem positiven Abschluss bringen.

          FDP soll nicht überziehen

          Haussmann sagte in der „Bild am Sonntag“, dass die Wähler bei einer Bundestagswahl leicht den Eindruck bekommen könnten, die FDP überziehe. Dagegen seien die Leute bei Landtagswahlen wie vergangene Woche in Sachsen-Anhalt, wo Cornelia Pieper als Ministerpräsidenten-Kandidatin antrat, „durchaus mal für einen Gag zu haben“, erklärte der frühere Bundeswirtschaftsminister.

          Möllemann warnte seine Partei davor, mit einer festen Koalitionsaussage in den Bundestagswahlkampf zu gehen. Das wäre der Anfang vom Ende des „Projektes 18“. Es werde Versuche geben, die FDP mit Blick auf ein rot-grünes und schwarz-gelbes Lager auf eine Position auszurichten. Dann würden sie wieder auf fünf bis sieben Prozent abfallen, betonte der stellvertretende Bundesvorsitzende. Gegenwärtig sei die Partei in Umfragen regelmäßig bei zehn bis 13 Prozent.

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