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FAZ.NET-Countdown : Kämpfen! Kämpfen! Kämpfen!

Wenige Tage vor der Wahl zeigt sich die SPD um Martin Schulz kämpferisch. Bild: dpa

Bis zuletzt kämpfen Spitzenpolitiker wie Hinterbänkler um jede Stimme. Manche gehen dafür weite Wege. Doch vorher wird erst noch kräftig gefrühstückt. Wo? Das lesen Sie im FAZ.NET-Countdown.

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          Schon klar: Angela Merkel bleibt Kanzlerin und die SPD fährt auch mit Martin Schulz als Spitzenkandidaten ein Ergebnis ein, das deutlich unter dem sozialdemokratischen Selbstverständnis der Genossen liegt. Darin sind sich die politischen Kommentatoren, ein Großteil der Wähler und die Demoskopen einig. Doch spätestens dann wird es unübersichtlich: Jeden Tag geben neue Umfragen neue Prognosen für die dann doch im ganzen Land mit einiger Spannung erwartete erste Hochrechnung am Sonntagabend bekannt.

          Dort liegt dann mal die SPD bereits unter zwanzig Prozent, mal wird die AfD schon zum kommenden Oppositionsführer ausgerufen und immer wird gerechnet, mit welcher Konstellation denn doch noch eine abermalige Große Koalition verhindert werden könnte. Die frischeste Erhebung, welche das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der F.A.Z. durchgeführt hat, weist nun zum Beispiel die FDP als künftige drittstärkste Kraft im Bundestag aus und lässt auch Grüne und Linke wieder auf ein akzeptables Ergebnis hoffen.

          Aber, weil sich ja bekanntlich ein Großteil der Wähler erst kurz vor dem Urnengang für eine Partei entscheidet, lohnt es sich bis zuletzt auch in den hintersten Ecken der Republik die Marktplätze zu besuchen. Und während sich die Spitzenkandidaten von CDU, SPD und FDP an diesem Mittwoch in ihren flotten Dienstwagen noch auf große, extra für sie aufgebaute Bühnen in Kappeln und Hamburg (Angela Merkel), Gelsenkirchen und Emden (Martin Schulz) oder Karlsruhe und Mainz (Christian Lindner) kutschieren lassen, um dort ihre Grundsatzreden zu halten, sich bestenfalls beklatschen statt ausbuhen zu lassen und darauf hoffen, ein paar Sendesekunden in der Tagesschau zu bekommen, ziehen bis Samstagabend in ganz Deutschland Hunderte weitere Politiker aller erdenklichen Parteien durch die Innenstädte, um so am Sonntag vielleicht doch noch ein paar Kreuze mehr auf die Habenseite zu holen. Wie anstrengend und unterschiedlich ein solcher Straßenwahlkampf ablaufen kann, haben meine Kollegen Thomas Holl und Timo Steppat festgestellt, die einen routinierten CDU- bzw. einen jungen SPD-Kandidaten in ihren Wahlkreisen beim Werben um Wählerstimmen begleitet haben.

          Was sonst noch wichtig ist

          Deutlich weniger kampfeslustig und vielleicht sogar ein bisschen wehmütig wird es heute in Berlin zugehen. Dort trifft sich die schwarz-rote Bundesregierung am Vormittag zu ihrer letzten Kabinettssitzung. Wobei, Abschied? Ist doch gut möglich, dass man sich zumindest in Teilen in wenigen Wochen schon wieder als neue alte Große Koalition gegenüber sitzt. Womöglich nutzen die Kanzlerin und ihre Noch-Ministerinnen und Minister ihre Runde ja zu einem kleinen Brunch und diskutieren das Ergebnis vom Bundesligaspiel zwischen Schalke und dem FC Bayern oder tippen schon mal die Begegnung Hamburg gegen Dortmund (heute ab 20.30 Uhr im FAZ.NET-Liveticker).

          Lohnend wäre indes wohl auch eine kleine, abschließende Diskussion über die Äußerungen des amerikanischen Präsidenten am Dienstag vor der UN-Vollversammlung in New York. Dort erklärte Donald Trump nämlich gewohnt vollmundig und brachial, die Vereinigten Staaten würden Nordkorea vollständig vernichten, falls es seine atomare Aufrüstung fortsetze. Pjöngjangs Machthaber Kim Jong-Un nannte Trump auf der großen Bühne der Vereinten Nationen zudem den „Raketenmann“. Ob das wohl der philosophische Teil seiner Rede war, den er vorher angekündigt hatte?

          Ein wenig Allgemeinbildung für zwischendurch

          Doch, egal ob Politik, Philosophie oder Popkultur: Wer seine Meinung zum aktuellen Weltgeschehen mit fundierten Argumenten unterfüttern will, dem hilft eine solide Allgemeinbildung. Wie gut Sie sich in der Nachrichtenwelt auskennen, können Sie ab sofort auf FAZ.NET mithilfe des aktuellen Aufnahmetests der Henri-Nannen-Journalistenschule. Hunderte angehende Journalisten stellen sich jedes Jahr der so legendären wie gefürchteten Prüfung. Wie viele der 91 Fragen können Sie in 45 Minuten richtig beantworten? Stellen Sie doch heute einmal Ihr Wissen zu den Themen unserer Zeit unter Beweis. Viel Glück!

          Sebastian Reuter
          Redakteur vom Dienst.

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