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Bundesregierung : Führungskräfte unzufrieden

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Ein Jahr vor den Bundestagswahlen stellen die deutschen Führungskräfte der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus.

          Ein Jahr vor den Bundestagswahlen stellen die deutschen Führungskräfte der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus. Wie das Institut für Demoskopie Allensbach in dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten „Capital-Elite-Panel“ ermittelte, erwarteten mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Elite für die kommenden sechs Monate einen weiteren Konjunkturabschwung.

          Noch vor einem Jahr gingen davon nur zwei Prozent aus. Die Gründe für die Flaute seien hausgemacht, meinten 78 Prozent der Entscheider. Die Bundesregierung sieht sich dagegen durch den Konjunkturbericht des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in ihrer „Politik der ruhigen Hand“ bestätigt.

          Der stellvertretende Regierungssprecher Bela Anda sagte, der am Dienstag vorgelegte Bericht belege, dass sich die positiven Anzeichen für die wirtschaftliche Entwicklung verdichteten. Dagegen kritisierte der sozialpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Karl-Josef Laumann (CDU), Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wolle „sich behäbig und selbstgefällig ein ruhiges Jahr bis zur Wahl gönnen“. Die Arbeitslosen könnten jedoch nicht warten, „bis Schröder wieder Lust hat zu regieren“. Nur 27 Prozent der Führungskräfte trauten Schröder indes in der nächsten Legislaturperiode große Reformen bei den Themen Arbeitsmarkt und Gesundheitswesen zu.

          Stimmungseinbruch für Rot-Grün

          Der Allensbach-Umfrage zufolge muss Rot-Grün bei den Führungskräften im Vergleich zum Vorjahr einen gravierenden Stimmungseinbruch hinnehmen: Im Juli 2000 seien noch 67 Prozent mit der Wirtschaftspolitik zufrieden gewesen, ein Jahr später nur noch 31 Prozent. Die Wirtschaftserwartungen aller Bundesbürger sind dagegen optimistischer. Laut einer Forsa-Umfrage rechneten hier nur 41 Prozent mit einer Verschlechterung.

          Um die Wirtschaft anzukurbeln rieten 23 Prozent der Spitzenkräfte dem Kanzler laut „Capital-Elite-Panel“, die Ökosteuer auszusetzen, 53 Prozent wollten sie ganz abschaffen. Für ein Vorziehen der Steuerreform sprachen sich 75 Prozent der Führungskräfte aus.

          Schröders Image konstant

          Trotz des schlechten Zeugnisses, das die Elite Rot-Grün ausstellt, gingen der Umfrage zufolge 83 Prozent der Entscheider davon aus, dass Schröder nach der Bundestagswahl 2002 Bundeskanzler bleibt. Allensbach-Leiterin Elisabeth Noelle fügte hinzu, dass das Image Schröders außerordentlich konstant sei: 98 Prozent schätzten den Kanzler als machtorientiert und 88 Prozent als gewieften Taktiker ein. 77 Prozent hätten Schröder hohes Durchsetzungsvermögen zugebilligt.

          Allensbach hatte rund 600 repräsentativ ausgewählte Führungskräfte befragt, darunter 179 Chefs von Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern, 26 Ministerpräsidenten, Bundes- und Landesminister sowie 86 Leiter von Bundes- und Landesbehörden. Forsa interviewte 2.509 Bürger.

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