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Bettina Wulff : Mit Glamour und Gemütlichkeit

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Gemeisam mit Ehefrau Bettina hat Christian Wulff den Weg ins Schloss Bellevue gefunden Bild: dpa

Sie ist nicht nur die neue First Lady, sondern auch die wichtigste Beraterin ihres Mannes, dem neuen Bundespräsidenten. Bettina Wulff strahlt Frohsinn und Unbekümmertheit aus. Ihr Ehrgeiz wird nun gedämpft durch das Bemühen, der neuen Aufgabe gerecht zu werden.

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          Ein Weihnachtsgeschenk ihres Mannes wird Bettina Wulff vermutlich nicht mehr einlösen können: zwei Karten zum Konzert der irischen Rockband U2 im Innenraum eines hannoverschen Stadions.

          Nach der Wahl ihres Mannes zum Bundespräsidenten dürften die Sicherheitsbegleiter das nicht mehr für ratsam halten. Hören wird das Paar das Konzert aber vermutlich – U2 ist neben dem Popduo „Ich und Ich“ die Lieblingsband der neuen Präsidentengattin. Der neue Bundespräsident wird das verjüngte Leben fortführen wollen, das er seiner zweiten Frau verdankt.

          Dass die Scheidung und neue Heirat Wulffs trotz seines Katholizismus und seines Ministerpräsidentenamtes vor zwei Jahren in der Öffentlichkeit gelassen aufgenommen wurde, verdanken beide auch einer geschickten Medienstrategie, die auf Boulevardzeitungen setzte. Die Öffnung ihres Privatlebens führt zu einem neuen Bild der damals „ersten Familie“ in Niedersachsen.

          Die Eheleute Wulff: Frohsinn und Lebenslust

          Erste Spielecke im Schloss Bellevue

          Bettina Wulff ist mit 36 Jahren nicht nur die jüngste Frau eines deutschen Bundespräsidenten, sondern auch die erste als Mutter von zwei kleinen Kindern – und vermutlich die erste mit einem Tattoo am Oberarm. In die junge Familie brachte Wulff eine Tochter aus seiner ersten Ehe mit und Frau Wulff einen Sohn; ihr gemeinsamer Sohn soll im Amtszimmer Wulffs im Schloss Bellevue eine Spielecke haben.

          Die Eheleute hatten sich in Südafrika kennengelernt, als Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident unterwegs war und Bettina Körner als Medienberaterin eines Reifenkonzerns. Wulffs Satz, Südafrika habe sein Leben verändert, erhielt damit einen Doppelsinn. Geändert haben sich durch sie sein Auftreten und seine Kleidung, peppiger als zuvor.

          Sie wurde seine wichtigste Beraterin, was nicht alle früheren Ratgeber schätzten. Ihre jugendlich-lässige Unbekümmertheit, ihr Frohsinn und ihre Lebenslust, aber auch ihr Ehrgeiz werden nun gedämpft durch das Bemühen, der neuen Aufgabe gerecht zu werden. Sie ist bei ihren Aussagen so zurückhaltend und diplomatisch wie zuvor ihr Mann. Mit ihr spricht er sich vor wichtigen Entscheidungen ab – auch über das Angebot, sich um das Amt des Bundespräsidenten zu bewerben.

          Soziales Engagement

          Die großgewachsene Frau – die sich mal elegant kleidet, mal lässig in Jeans – will sich stärker noch als bisher sozialen Aufgaben zuwenden. Bisher hatte sie sich dem Kinderschutz gewidmet als Schirmherrin der Stiftung „Eine Chance für Kinder“ und Obdachlosen. Orientieren will sie sich zunächst an ihrer „Vorgängerin“ Eva Luise Köhler; deren Art, offen und unbefangen auf Menschen zuzugehen, teilt Bettina Wulff.

          Mit dem Umzug vom hannoverschen Umland nach Berlin wird die bisher hauptberufliche Medienfrau ihre Aufgabe als Sprecherin eines Drogeriekonzerns aufgeben. Das Paar behält das Haus in dem Ort, in dem Bettina Wulff aufwuchs und ihre Familie teils noch lebt. Bei allem Hang zur Welt des Glamour schätzt sie eine Umgebung, die sie mit Normalität und Gemütlichkeit beschreibt. Sie will auch künftig Berlin und das Landleben verbinden.

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