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Amt des Bundespräsidenten : Von Gnaden der Parteien

Der eine erfüllte sein Amt pflichtbewusst und unprätentiös, der andere mit demonstrativer Lebensfreude und vorgeführter Heiterkeit. Eines aber hatten alle Bundespräsidenten gemein: Ihre Wahl unterlag einem politischen Kalkül.

Wulff als Bundespräsident vereidigt : „Den Finanzmärkten endlich gute Regeln geben“

Bundespräsident Christian Wulff hat vor Bundesrat und Bundestag seinen Amtseid abgelegt. In seiner ersten Rede als Staatsoberhaupt forderte Wulff einen größeren Einsatz für die Integration von Einwanderern und sprach sich dafür aus, „die Verursacher der Bankenkrise in Haftung zu nehmen“. Inzwischen wurde das Ehepaar Wulff im Schloss Bellevue mit militärischen Ehren empfangen.

Gorleben wird geschlossen : Die Lebenslüge der Grünen

Lange konnten sich die Gorleben-Gegner als die Sieger der Geschichte fühlen. Mittlerweile ist klar: Im Wendland soll eine verirrte Energiepolitik unter den Teppich gekehrt werden.

Bundestagswahl : Was Laschet falsch macht und was richtig

Der Kandidat der Union will auf einer Welle des Vertrauens ins Kanzleramt reiten. Das ist ein wenig, als würde die Bahn mit Pünktlichkeit werben. Oder Tinder mit ewiger Treue.

Terrorprozess in Paris : Das Bataclan-Trauma

Der Terrorprozess in Paris ist nicht nur eine französische Sache. Er betrifft ganz Europa. Denn es geht um die Verteidigung der europäischen Lebensweise.

Bundestagswahlkampf : Deutschland wählt den EU-Anführer

In ganz Europa schauen die Menschen auf die Bundestagswahl, weil sich dort viel entscheidet. Die Deutschen hingegen interessieren sich fast nur für Innenpolitik. Ein Fehler.

Vereitelter Anschlag : Gefahr im Verzug

Es waren konkrete Warnungen vor einem islamistischen Anschlag auf die Synagoge in Hagen. Es war richtig, das die Polizei rasch eingegriffen hat und den Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes ernst nahm.

Bundeswehr raus aus Mali? : Wenn die Russen kommen

Erfüllt der deutsche Militäreinsatz in Mali noch seinen Zweck? Putin kennt solche Zweifel nicht. Er besetzt fast jede Stellung, die der Westen aufgibt.

Bundeswehr in Mali : Ungeliebter Einsatz

Die Verteidigungsministerin stellt die Bundeswehr-Mission in Mali überraschend in Frage. Das bringt die Truppe in eine schwierige Lage.

Sicherheitspakt gegen China : Fulminante Gegenreaktion

Dass Washington und London bereit sind, Nukleartechnik an Australien weiterzugeben, zeigt, für wie ernst die chinesische Herausforderung angesehen wird.

Sachsen-Anhalt : Noch eine Wunde für Haseloff

Die Koalition in Sachsen-Anhalt ist nicht so stabil, wie es sich Reiner Haseloff erhofft hatte. Die AfD bleibt ein Stachel im Fleisch seiner Partei.

Scholz-Vertrauter Schmidt : Zu viel kommuniziert

Im Wahlkampf wird jede Verfehlung zum Thema. Das hätte dem Scholz-Mann Schmidt bewusst sein müssen. Aber Attacken gegen Vertraute können auch nach hinten losgehen.

Christian Wulff : Ein Präsident erster Wahl

Gerade durch seine Machtlosigkeit wird auch Christian Wulff den Bürgern bald nahe sein. Der wachsende Verdruss über die direkt gewählten Politiker lässt die Macht des Wortes gedeihen, die dem Bundespräsidenten an der Spitze des Staates zu Gebote steht.

Nach der Bundespräsidentenwahl : Eine Demo gegen Merkel

Deutschland hat nach einer außergewöhnlichen Woche einen neuen Präsidenten, einen neuen Oppositionsführer - und eine Bundeskanzlerin, die trotz einer komfortablen Mehrheit alt aussieht. Demokratische Führung setzt Vertrauen voraus, das derzeit nur wenige in die Kanzlerin haben.

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  • Bettina Wulff : Mit Glamour und Gemütlichkeit

    Sie ist nicht nur die neue First Lady, sondern auch die wichtigste Beraterin ihres Mannes, dem neuen Bundespräsidenten. Bettina Wulff strahlt Frohsinn und Unbekümmertheit aus. Ihr Ehrgeiz wird nun gedämpft durch das Bemühen, der neuen Aufgabe gerecht zu werden.
  • Der neue Bundespräsident Christian Wulff bei seiner Antrittsrede im Bundestag.

    Wulffs Antrittsrede im Wortlaut : „In unserer bunten Republik Deutschland“

    Der neue Bundespräsident Christian Wulff hat sich in seiner Antrittsrede dafür ausgesprochen, „die Verursacher der Bankenkrise in Haftung zu nehmen“ und das Zusammenwachsen der verschiedenen Teile der Gesellschaft zu fördern. FAZ.NET dokumentiert die Rede im Wortlaut.
  • 72 Prozent denken, dass Wulff ein guter Bundespräsident wird

    Umfrage : Sympathien für Wulff - Blamage für Merkel

    Wenn der neue Bundespräsident heute vereidigt wird, startet er mit positiven Umfragewerten ins Amt. Die Umstände seiner Wahl indes werden als Blamage für die Kanzlerin gewertet. 62 Prozent der Befragten des ARD-Deutschlandtrends glauben, dass das Regierungsbündnis nicht mehr lange hält.
  • Berliner Bär mit hessischem Herzen: Roland Koch beim Sommerfest

    Kochs Kampf für Wulff : Andenpakt, letzter Akt

    Vor dem dritten Wahlgang der Kür des Bundespräsidenten hielt Roland Koch eine emotionale Rede für seinen Andenpaktbruder Christian Wulff - der Kontrast zu dem als lustlos beschriebenen Appell der Kanzlerin soll auffallend gewesen sein.
  • Wie Gustav Heinemann und Roman Herzog benötigte Christian Wulff drei Wahlgänge, um Bundespräsident zu werden

    Nach der Wahl : Ein unbeschädigter Bundespräsident

    Die Bundespräsidentenwahl hat abermals gezeigt, dass die schwarz-gelbe Koalition kein Traumpaar, sondern ein Zweckbündnis ist. Diesen Zweck, nämlich zu regieren, muss sie den Wählern baldmöglichst und glaubhaft vermitteln.
  • Weder Merkel noch Kanzleramtschef Pofalla schafften es, Konflikte im Entstehen zu befrieden, heißt es

    Nach der Wahl : Eine Schuldige ist schon gefunden

    Am Tag danach analysiert die schwarz-gelbe Koalition den Verlauf der Bundespräsidentenwahl. Ausnahmsweise sind sich CSU und FDP einig: Die Probleme hätten bei der CDU gelegen. Ein Name fällt besonders häufig: Angela Merkel.
  • Der Übersteiger - die FAZ.NET-Kolumne zur WM

    Wahl-Übersteiger : Alle auswechseln

    Fußball muss als Metapher für alle Lebenslagen herhalten. Bei der Wahl des Bundespräsidenten gab es „Nachspielzeit“, „Verlängerung“ und „Elfmeterschießen“. Hat die Politik ihre eigene Sprache verloren?
  • Bundespräsident Wulff : Eine schwere Wahl

    Das Land hat mit Christian Wulff wieder einen Präsidenten. Joachim Gauck kann jetzt für immer der Kandidat der Herzen bleiben. Aber hat die Koalition noch Lebenswillen?
  • Ministerpräsidentenwechsel : Auf die sanfte Tour

    Wie sieht Christian Wulffs politische Bilanz aus, welche Aufgaben hinterlässt er seinem Nachfolger David McAllister in Niedersachsen? McAllister, den Wulff rechtzeitig aufbaute, dürfte einen kraftvolleren politischen Stil bringen.
  • Bundespräsident : Wulffs Wahl hinterlässt Wunden

    Nach der mühevollen Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten arbeitet die Koalition das Geschehen auf. Auch Merkels Führungsstil gerät in die Kritik. Die Linke wiederum unterstellt SPD-Chef Gabriel, „sich verzockt zu haben“.
  • Eine Wahl, die Schatten auf die schwarz-gelbe Koaltion wirft: Seehofer, der gewählte Bundespräsident Christian Wulff, Kanzlerin Merkel und FDP-Chef Westerwelle

    Bundespräsidentenwahl : Versteinerte Gesichter, gefallene Masken

    Bei der Wahl des Bundespräsidenten wich der Plauderton im Lager der Koalition schnell entsetzter Geschäftigkeit. Nach der Wahl Wulffs im dritten Anlauf am späten Abend übten sich die Verlierer in Gewinnerposen.
  • Gewonnen: Christian Wulff umarmt seine Frau Bettina

    Reaktionen auf Wulffs Wahl : „Ein guter Tag für die Demokratie“

    Gewinner auf beiden Seiten: Regierungskoalition und Opposition verbuchen den Ausgang der Bundespräsidentenwahl jeweils als Erfolg für sich. Trotzdem übt die SPD scharfe Kritik an der Linkspartei - und Joachim Gauck bietet sich dem neuen Bundespräsidenten als Gesprächspartner an.
  • Den Vorgang fehlt die Spannung nicht, wohl aber der Vermittlung: Public Viewing ohne Publicity vor dem Reichstag

    FAZ.NET-Fernsehkritik : Elfmeterschießen mit kaltblütigem Abschluss

    Plasberg sprach in seiner Sendung über den dritten Wahlgang der Bundespräsidentenwahl als Elfmeterschießen. Doch das Fernsehen hatte sich während der stundenlangen Live-Übertragung nicht darauf verstanden, die echte Spannung des Geschehens zu transportieren.
  • An diesem Tag galt es viel zu taktieren: Lafontaine, Gysi und ihre Kandidatin Lukrezia Jochimsen

    Bundespräsidentenwahl : Das rot-rot-grüne Experiment

    Kurz nach dem zweiten Wahlgang trafen die Partei- und Fraktionsführungen von SPD, Grünen und Linkspartei zusammen. Es ging darum, wie und ob die Linken nun doch noch für Gauck zu gewinnen sei. Das Problem: SPD und Grüne hatten ihnen anscheinend nichts anzubieten.
  • Kanzlerin Angela Merkel versuchte, die Delegierten der Union mit Fußballmetaphern einzustimmen

    Nach dem zweiten Wahlgang : Merkel bittet um „kraftvolles Symbol“ für Wulff

    Nach dem zweiten Wahlgang wächst die Verunsicherung in der Koalition. Bundeskanzlerin Angela Merkel rief die Delegierten der Unionsparteien auf, Wulff im dritten Wahlgang mit großer Mehrheit zu wählen. „Wir haben jetzt das Serbien-Spiel gehabt, jetzt kommt das England-Spiel“ sagte sie.
  • Bundespräsidentenwahl : Absurde Debatte

    Auf diese Bundespräsidentenwahl ist ein Schatten gefallen. Es wurde insinuiert, das freie Mandat der in die Bundesversammlung entsandten Repräsentanten würde durch Empfehlungen der Parteiführungen oder gar „Fraktionszwang“ unterlaufen. Das ist eine Anmaßung und glatter Unfug.
  • Bei der Wahl zum Bundespräsidenten im Jahr 1969 benötigte Gustav Heinemann auch drei Wahlgänge

    Bundespräsidentenwahl : Liberale Legenden in der Bundesversammlung

    Fünfzig Jahre lang war die FDP entscheidende Kraft bei der Wahl des Bundespräsidenten. Heute ist ihr Einfluss geschwunden. Das machte sich auch darin bemerkbar, dass Guido Westerwelle der CDU-Vorsitzenden Merkel die Nominierung eines Kandidaten überließ.
  • Schnell, aber falsch: Twitter-Meldungen über die Bundespräsidentenwahl

    Bundespräsidentenwahl : Falsch gezwitschert

    Also doch wieder Twitter: Noch bevor das Resultat des ersten Wahlgangs in der Bundesversammlung verkündet wurde, tauchten die ersten „Ergebnisse“ im Kurzmitteilungs-Netzwerk auf. Indiskrete oder Trittbrettfahrer? Letzteres. Die Informationen waren alle falsch.
  • Bundespräsidentenwahl : „Köhlers Rücktritt war keine Staatskrise“

    Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die Bundesversammlung zur Wahl des Staatsoberhaupts eröffnet. Zu Beginn sprach er noch einmal die Umstände des Rücktritts von Horst Köhler an. Bundeskanzlerin Merkel hatte zuvor ihre Wahlleute auf den Kandidaten von Union und FDP, Christian Wulff, eingeschworen.
  • Bundespräsidentenwahl : Norbert Lammerts Eröffnungsrede im Wortlaut

    Parlamentspräsident Norbert Lammert hat am Mittag die Bundesversammlung eröffnet. In seiner Rede ging er auf die Umstände des Rücktritts von Horst Köhler ein und sagte, dessen Entscheidung müsse akzeptiert werden, auch wenn „viele ihre Gründe noch immer nicht verstehen“.