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Umstrittenes Projekt : Bundesamt genehmigt sofortigen Weiterbau von Nord Stream 2

  • Aktualisiert am

Rohren für den Bau der Erdgaspipeline Nord Stream 2 im Hafen Mukran auf der Insel Rügen Bild: dpa

Deutschland macht den Weg frei für einen Weiterbau der umstrittenen Pipeline. Aus dem Team des künftigen amerikanischen Präsidenten wird der Wunsch nach einem temporären Stopp laut.

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          Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat den sofortigen Weiterbau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 in deutschen Gewässern genehmigt. Dies geht aus einer Mitteilung der Behörde vom Freitag hervor. Die bisherige Genehmigung hätte Arbeiten normalerweise erst wieder ab Ende Mai erlaubt. Ein Widerspruch könnte den sofortigen Weiterbau allerdings noch stoppen.

          Der Bau hatte sich zuletzt weiter verzögert. Die Betreibergesellschaft hatte die Arbeiten zur Fertigstellung der Pipeline anders als erwartet am Freitag noch nicht wieder aufgenommen. „Wir haben von der dänischen Energie-Agentur die Genehmigung, ab Freitag mit den Arbeiten zu beginnen. Das heißt aber nicht, dass wir am Freitag auch die Verlegung von Rohren wieder aufnehmen“, sagte ein Sprecher der Nord Stream 2 AG dem „Handelsblatt“.

          Vielmehr werde zunächst die technische Ausrüstung geprüft. Es lasse sich nicht exakt sagen, wie lange das dauern werde. „Einige Tage dürfte es allerdings mindestens in Anspruch nehmen. Einen genauen Termin für die Wiederaufnahme der Verlegearbeiten können wir daher nicht nennen“, sagte der Sprecher der Zeitung weiter. „Wir werden voraussichtlich erst Ende Januar oder Anfang Februar genauer abschätzen können, wann wir beginnen, Rohre zu verlegen.“

          Die Unterbrechung der Verlegearbeiten könnten Raum für eine politische Annäherung zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland schaffen. Der amerikanische Außenpolitiker Nicholas Burns, der Biden im Wahlkampf beraten hat, schlägt vor, dass nicht nur der Bau, sondern auch die amerikanischen Sanktionen temporär gestoppt werden, um den Konflikt zu entschärfen.

          „Die Europäer sollten den Bau von Nord Stream 2 anhalten –  und die Amerikaner die Sanktionen aussetzen“, sagte Burns dem "Handelsblatt". „Das gäbe der neuen Regierung die Gelegenheit, vertraulich und besonnen mit der deutschen Regierung und den anderen beteiligten Ländern zu sprechen.“

          Russlands Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, kritisierte „die Versuche der Vereinigten Staaten, die Projektrealisierung durch Erpressung, Drohungen und exterritoriale Sanktionen zu verhindern“ als „Ausdruck unlauteren Wettbewerbs“. Diesen Ansatz und die damit im Zusammenhang stehende Argumentation halte Russland für „inakzeptabel und gesetzeswidrig beziehungsweise nicht überzeugend“, sagte Netschajew dem Redaktionsnetzwerk Deutschland

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