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Bürokratie : Tipp-Ex am Bildschirm

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Ministerpräsident Müller: Wo ist die Maus? Bild: AP

Laptop statt Aktendeckel: Als erste Landesregierung tagt das saarländische Kabinett um Peter Müller (CDU) online.

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          Die Kabinettsmitglieder des Saarlandes haben am Dienstag Abschied vom Papierzeitalter genommen. Statt mit schweren Aktenordnern unter dem Arm marschierte die Ministerriege mit Computer-Laptops zur ersten papierlosen Online-Kabinettssitzung einer deutschen Landesregierung in die Saarbrücker Staatskanzlei. Damit würden jährlich Berge von Papier, viel Zeit und 50.000 Mark gespart, zeigte sich Ministerpräsident Peter Müller (CDU) überzeugt.

          Statt 155 Seiten Regierungsvorlage in Papier hatten die Saar-Minister nur noch ihre Computer vor sich, auf denen die Tagesordnungspunkte einschließlich Tabellen und Landkarten aufgerufen werden konnten. Nach Angaben der Staatskanzlei mussten sämtliche Minister einen PC-Kurs bei einem saarländischen Software-Spezialisten und Berater der Landesregierung absolvieren. Mehr als 50.000 Mark habe aber all dies nicht gekostet, wurde versichert.

          „Klick auf“ statt „Glück auf“

          Handschriftliche Notizen während der Kabinettssitzungen sind aber auch in Zukunft nicht verboten“, betonte der Regierungschef. Damit nimmt Müller auch Rücksicht auf die unterschiedlichen Fähigkeiten der Minister, mit einem Computer umzugehen. Es hieß, ausgerechnet Saar-Bildungsminister Jürgen Schreier habe neben seiner Justizminister-Kollegin Inge Spoerhase-Eisel die meisten Laptop-Übungsstunden gebraucht. Umweltminister Stephan Mörsdorf feixte vor der Sitzung über seinen Kollegen: „Der hat anfangs noch Tipp-Ex für den Bildschirm benutzt.“ Doch Schreier nahm es gelassen: „Lebenslanges Lernen gilt auch für den Bildungsminister“.

          Als Computer-Profi indes zeigte sich bei der Kabinettssitzung Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi, der im einstigen Kohleland Saar, das sich zum modernen Dienstleistungsland wandeln will, die Devise ausgegeben hat: „Klick auf statt Glück auf“. Weniger Gefallen am virtuellen Treiben fand die Opposition. Sie bezeichnete die Umstellung als „PR-Gag“ der Saar-Regierung, der nur zusätzliches Geld verschlinge.

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