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Altkanzler in Klinik : Kohl geht es „den Umständen entsprechend gut“

  • Aktualisiert am

Helmut Kohl Bild: Reuters

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl wird nach einer Hüftoperation im Krankenhaus behandelt. Sein Büro teilte aber mit, er habe den Eingriff „sehr gut überstanden“. Nun werde der 85-Jährige in eine Reha gehen.

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          Das Büro von Altkanzler Helmut Kohl hat Berichte zurückgewiesen, Kohl befinde sich nach einer Hüftoperation in einem kritischen Zustand. Es erklärte am Dienstagnachmittag zum Gesundheitszustand des 85-Jährigen, es sei richtig, dass der frühere Bundeskanzler Anfang Mai eine Hüftoperation gehabt habe, „die er sehr gut überstanden hat“. Im Anschluss habe sich „die Notwendigkeit eines weiteren Eingriffs ergeben, der den Klinikaufenthalt entsprechend verlängert hat.“ Und: „Den Umständen entsprechend“ gehe es Kohl gut. „Er wird im Anschluss wegen der neuen Hüfte in eine Reha gehen, die er zugleich mit Urlaub verbinden wird.“

          Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, Kohl liege nach einer Operation auf der Intensivstation der Chirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg. Sein Zustand sei „sehr ernst“. Das sei aus dem Umfeld des langjährigen CDU-Vorsitzenden (1973 bis 1998) und Bundeskanzlers (1982 bis 1998) verlautet. Nach Informationen der Illustrierten „Bunte“ soll Kohl nach dem Eingriff für längere Zeit ohne Bewusstsein gewesen sein.

          Bei einem schweren Sturz nach einer Knie-Operation 2008 hatte Kohl ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Seither ist er auf den Rollstuhl angewiesen und kann nur schwer sprechen. Bei seinen seltenen öffentlichen Auftritten danach war er schwer zu verstehen - wie zuletzt im November, als er in Frankfurt mit Hilfe seiner Frau Maike Kohl-Richter sein Buch „Aus Sorge um Europa“ vorstellte.

          Seinen 85. Geburtstag am 3. April feierte Kohl in kleinem Kreis. Bundespräsident Joachim Gauck hatte damals erklärt: „Von herausragender Bedeutung für mich, wie für die übergroße Mehrheit unserer Landsleute im Osten wie im Westen ist, dass Sie sich mit der Teilung unseres Landes nie abgefunden haben. Vielmehr haben Sie genau zur richtigen Zeit mit Entschlossenheit und Kraft darum gerungen, die Vereinigung Deutschlands ins Werk zu setzen.“

          Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Verhältnis zu Kohl wegen der CDU-Spendenaffäre als zerrüttet gilt, bescheinigte ihm Anfang April in ihrer Geburtstagsbotschaft, er habe es geschafft, „das politische Kunststück einer Wiedervereinigung“ im Einklang mit allen Nachbarn und den ehemaligen Alliierten zu vollbringen. „Gelungen ist ihm das, weil er wie kein Zweiter über Jahre hinweg Vertrauen aufgebaut hatte, von Washington über Paris, London und Brüssel bis nach Moskau. Dieser Kanzler des Vertrauens war für uns Deutsche ein Segen.“

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