https://www.faz.net/-gpf-2etd

BSE : Streit um Tiermehl-Fütterung

  • Aktualisiert am

Die Landwirtschaftsminister der Euopäischen Union streiten um die Verfütterung von Tiermehl an Rinder. Fachleute warnen davor, dass mit dem Tiermehl BSE-Erreger übertragen werden.

          Die Debatte um die Verfütterung von Tiermehl wird heftiger. Frankreich hat die Fütterung verboten, und auch in Großbritannien und Irland dürfen Tiere kein Tiermehl mehr fressen.

          Deutschland wehrt sich gegen ein solches Verbot. Denn die EU sei aus eigener Kraft nicht in der Lage, jedes Jahr rund drei Millionen Tonnen dieses eiweißhaltigen Futtermittels zu ersetzen. Das bestätigt auch EU-Agrarkommissar Franz Fischler. Frankreich konnte sich deshalb bei Treffen der Agrarminister in Brüssel nicht mit seiner Forderung durchsetzen, die Tiermehl-Fütterung in der ganzen EU zu verbieten.

          Tiermehl wichtigster Übertragungsweg von BSE

          Dennoch gilt Fachleuten die Fütterung von Tiermehl als wichtigster Übertragungsweg für die Seuche. Im Bundeslandwirtschaftsministerium heißt es jedoch, mit dem seit 65 Jahren gebräuchlichen Druck-Hitze-Sterilisationsverfahren werde jeder Erreger getötet. Außerdem werde in Deutschland aus Tradition Tiermehl nur an Schweine und Hühner verfüttert. Die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer sei hierzulande nie gebräuchlich gewesen.

          Aber die Stimmen derer mehren sich, die Tiermehl verbieten wollen. Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) hat sich schon dafür ausgesprochen. „Um mehr Sicherheit willen“ sollte Deutschland aus der Tiermehlverfütterung aussteigen. Auch die Landwirte müssten daran interessiert sein, dass Verbraucher so die Gewissheit haben könnten, dass nur unbedenkliches Rindfleisch auf dem Markt sei.

          Auch immer mehr SPD-Politiker stützen die Forderung eines Verbots. Die gesundheitspolitische Sprecherin Regina Schmidt-Zadel nannte die Tiermehl-Verfütterung „abartig“. Gegen ein Verbot sprach sich Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) aus. Er nimmt die Haltung der EU-Agrarminister ein, die vor allem sichere Produktionsbedingungen fordern.

          EU will Tiermehl sicherer machen

          Die EU hat in den vergangenen Monaten schon Maßnahmen ergriffen, um die Tiermehl-Fütterung sicherer zu machen. Die Europäische Kommission will verbieten, dass Schlachtabfälle und Tierkadaver zu Futtermitteln verarbeitet werden. Vollständig verbieten will die Kommission die Verfütterung von Schweinen und Rindern, die zur Suchtvorbeugung (etwa wegen der Schweinepest) getötet wurden. Die Kadaver sollen allenfalls noch in der chemischen Industrie oder in der Produktion von Biogasen eingesetzt werden.

          Weitere Themen

          Netanjahus Zukunft ungewiss

          Wahl in Israel : Netanjahus Zukunft ungewiss

          Ausweg große Koalition? Zum zweiten Mal binnen fünf Monaten haben die Israelis ein neues Parlament gewählt. Ergebnis ist ein Nahezu-Patt zwischen Benjamin Netanjahu und seinem Herausforderer.

          Topmeldungen

          Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, winkt nach der Wahl seinen Anhängern.

          Wahl in Israel : Netanjahus Zukunft ungewiss

          Ausweg große Koalition? Zum zweiten Mal binnen fünf Monaten haben die Israelis ein neues Parlament gewählt. Ergebnis ist ein Nahezu-Patt zwischen Benjamin Netanjahu und seinem Herausforderer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.