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BSE : Neuer Test verzögert sich

  • Aktualisiert am

BSE-Tests am lebenden Tier wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Veterinäre hoffen auf ein Verfahren aus der Schweiz.

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          BSE-Tests am lebenden Tier wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Experten der Boehringer-Tochter Vetmedica korrigierten am Donnerstag ihre Ankündigung, ein solcher Test werde im Spätsommer 2001 einsatzbereit sein.

          Der Test werde nicht mehr in diesem Jahr zur Verfügung stehen, erklärte Jürgen Dämmgen von Vetmedica. Das Unternehmen hoffe, bis Ende des Jahres die biotechnologischen Probleme gelöst zu haben, so dass ein Prototyp zur Verfügung stehe. Erst dann könne mit weiteren Versuchen die Aussagekraft in der Praxis erprobt werden. Wann das Verfahren zugelassen werde, sei nicht vorauszusagen. Es ermöglicht nach Angaben des Biologen Matthias Giese wahrscheinlich eine sehr frühe Diagnose am lebenden Tier. Damit müsste bei einem einzelnen BSE-Fall nicht mehr die ganze Herde geschlachtet werden.

          Brauchbarer BSE-Test aus der Schweiz

          Der Tierarzt-Verband bezeichnete auf einer Tagung in Fulda eine vom Schweizer Wissenschaftler Ueli Braun entwickelte systematische klinische Untersuchung auffälliger Rinder als einen „brauchbaren BSE-Test am lebenden Tier“. Wenn Rinder bei der Untersuchung wiederholt etwa auf Lichtblitze, Geräusche und Berührungen bestimmte übermäßige Reaktionen zeigten, liege meist BSE vor. Mit diesem Test, der in der Schweiz seit längerem angewendet werde, könne schon Monate vor dem Zusammenbruch eine recht sichere Diagnose gestellt werden.

          Kritik an Schnelltests

          Die BSE-Tests an geschlachteten Rindern sind nach übereinstimmender Darstellung von führenden deutschen Wissenschaftlern noch mit Mängeln und Unsicherheiten behaftet. „Die Tests haben ihre Kinderkrankheiten“, sagte der Präsident der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere, Thomas Mettenleiter, am Donnerstag. Sie seien in ihren Verfahrensmethoden und Sensitivität ähnlich und in ihrer Aussagekraft begrenzt. Alle funktionierten nach dem gleichen Prinzip: Mittels einer Untersuchung des Stammhirns werde eine mögliche durch Prionen herbeigeführte Erkrankung geprüft. Eine Aussage über die BSE-Häufigkeit in Deutschland auf Grund von Hochrechnungen von Positiv-Tests sei nicht möglich. Die Tests schlügen auch nur positiv an, wenn die Infektion bereits so weit fortgeschritten sei, dass nur noch etwa sechs Monate bis zum Ausbruch der Krankheit fehlten. Es sei auch schwierig geworden, den Überblick über die Vielzahl der in Deutschland vorgenommenen Tests zu behalten, sagte Mettenleiter.

          Erste Gendatenbank in Sachsen-Anhalt

          Sachsen-Anhalt begann unterdessen mit dem Aufbau der bundesweit ersten Gendatenbank für Rinder. Mit ihr soll das bisherige Identifikationssystem aus Ohrmarken, Etiketten und Begleitpapieren um eine Gewebeprobe ergänzt werden. „Die Datenbank befreit uns nicht von BSE“, sagte Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD), doch liefere sie mehr Sicherheit. Sachsen-Anhalt will über den Bundesrat die bundesweite Umsetzung der Methode initiieren.

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