https://www.faz.net/-gpf-6ph7e

BSE : Deutschland beteiligt sich an Massentötung

  • Aktualisiert am

Landwirtschaftsministerin Renate Künast Bild: dpa

Der Druck auf Berlin war wegen des gesunkenen Rindfleischverbrauchs besonders hoch. Nun sollen rund 400.000 Rinder getötet und auf BSE getestet werden. Ihr Fleisch wird verbrannt.

          1 Min.

          Deutschland beteiligt sich am EU-Programm zu Massentötung von Rindern, um den Markt zu entlasten. Das habe das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen, teilte eine Regierungssprecherin auf Anfrage mit. Damit werden in Deutschland bis zu 400.000 ältere Rinder getötet und vernichtet.

          EU-weit ist die Vernichtung von bis zu 1,5 Millionen über 30 Monate alten Rindern geplant, um den wegen der BSE-Krise praktisch zusammengebrochenen Rindfleischmarkt zu entlasten. Die umstrittene Massentötungsaktion wird nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums insgesamt bis zu 647 Millionen Mark kosten. Davon übernimmt die EU 285 Millionen Mark - das sind 70 Prozent der Kosten des Aufkaufs der Tiere von insgesamt 407 Millionen Mark.

          Alle Tiere sollen auf BSE getestet werden

          Den Aufkauf und die anschließende Vernichtung der Rinder soll die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Frankfurt/Main organisieren. Sämtliche Tiere sollen auf BSE getestet werden. Bei der Tagung der EU-Agrarminister am Montag in Brüssel war der Druck auf Deutschland stark gewachsen, sich am Aufkaufprogramm der Gemeinschaft zu beteiligen. Künast hatte gesagt, der Druck auf Deutschland sei höher als auf andere EU-Länder, weil hier der Rindfleischpreis und -verbrauch unter 60 Prozent gesunken sei.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Transatlantische Risse: Jens Stoltenberg, Angela Merkel und Donald Trump beim Nato-Gipfel im Dezember 2019 in Großbritannien.

          Trump und Europa : Es kann noch schlimmer kommen

          Schon jetzt ist dank Trumps Rhetorik und Politik des Spaltens viel Gift im transatlantischen Verhältnis. Sein möglicher Wahlsieg im November könnte den Westen nachhaltig schwächen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.