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Brief von Guterres : Merkel lehnt UN-Job ab

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„Frau Merkel wird in die Geschichte eingehen. Aber Frauengeschichte hat sie nicht geschrieben“, sagt Soziologin Doris Mathilde Lucke. Bild: dpa

Guterres hatte Merkel den Vorsitz in einem ranghoch besetzten Beratungsgremium zu globalen öffentlichen Gütern angeboten, die für die gesamte Weltbevölkerung von Bedeutung sind. Das Gremium gilt als Vorzeigeprojekt für die Reform der Vereinten Nationen.

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          Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein Angebot von UN-Generalsekretär Antonio Guterres zur Übernahme einer Funktion innerhalb der Vereinten Nationen abgelehnt. Sie habe mit Guterres vergangene Woche telefoniert, „sich bedankt und ihm mitgeteilt, dass sie das Angebot nicht annehmen wird“, teilte Merkels Büro am Mittwoch auf Nachfrage mit.: UN-Chef António Guterres wollte die 67 Jahre alte Politikerin für eine Beraterrolle bei den Vereinten Nationen gewinnen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus UN-Kreisen erfuhr, bot Guterres Merkel den Vorsitz in einem ranghoch besetzten Beratungsgremium zu globalen öffentlichen Gütern an, die potentiell über Ländergrenzen hinweg der gesamten Weltbevölkerung dienen sollen. Beispiele für globale öffentliche Güter sind etwa die Ozonschicht, aber je nach Definition auch international geltende Regelwerke wie jene zur Flugsicherheit und zum weltweiten Handel.

          Demnach unterbreitete Guterres Merkel – die vergangenes Jahr nach 16 Jahren als deutsche Bundeskanzlerin ausgeschieden war – das Angebot in einem Brief. Bei den Vereinten Nationen wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Jobangebot aus dem Hauptquartier der Vereinten Nationen am New Yorker East River annimmt, allerdings als eher gering eingeschätzt. 

          Große Lücken durch Corona-Pandemie

          Das Beratergremium zu globalen öffentlichen Gütern ist eines von Guterres' Vorzeigeprojekten zur Reform der Vereinten Nationen in seiner Anfang Januar begonnenen zweiten Amtszeit. In seinem Bericht zur Veränderung der UN aus dem vergangenen Jahr schrieb der Generalsekretär: „Ich werde einen ranghohen Beirat unter der Leitung ehemaliger Staats- und Regierungschefs bitten, globale öffentliche Güter und andere Bereiche von gemeinsamem Interesse zu ermitteln, in denen Verbesserungen der Führung am dringendsten erforderlich sind.“

          Nach Ansicht von Guterres hat die Corona-Pandemie große Lücken bei der internationalen Zusammenarbeit aufgezeigt. Von dem angestrebten Beratergremium müssten Impulse dafür ausgehen, Praktiken und Prinzipien für das Handeln auf globaler Ebene zu erneuern.

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