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Brexit-Geschacher : Londoner Helden

  • -Aktualisiert am

Philip Hammond Bild: AFP

Am Dienstag wird Boris Johnson wahrscheinlich neuer Premierminister. Die Ankündigungen zweier Minister, in diesem Fall zurückzutreten, ist kein Heldentum. Etwas anderes wäre wichtiger gewesen.

          Wenn, wie von den meisten erwartet wird, Boris Johnson in dieser Woche neuer britischer Premierminister wird, sind größere Veränderungen in der Regierungsmannschaft zu erwarten. Die Frage ist nur, wie extravagant diese ausfallen werden. Auf jeden Fall wird es der vernünftige Teil der Konservativen Partei künftig schwerer haben.

          Deshalb sind die Ankündigungen von Schatzkanzler Hammond und Justizminister Gauke, sie würden im Falle eines Sieges Johnsons zurücktreten, längst nicht so wichtig wie es auf den ersten Blick scheint.

          Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Posten hätten behalten können, war gering. Da macht es sich natürlich gut, mit Heldenpose schon vorher zu verkünden, man könne es nicht mit seinem Gewissen verantworten, einem Verantwortungslosen zu dienen. Nicht dass sie in der Sache unrecht hätten. Aber wer erst zu einem Zeitpunkt, da die meisten Parteimitglieder der Konservativen ihre Wahlbriefe längst ausgefüllt haben, sein Heldentum entdeckt, der muss damit rechnen, dass dies als leere Geste entlarvt wird. Wahlkampf gegen Johnson wäre wichtiger gewesen.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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