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Brexit-Kommentar : Königlicher Appell

  • -Aktualisiert am

Die Ermahnung von Königin Elisabeth II. war notwendig. Man muss hoffen, dass ihr Wort wenigstens bei einigen Protagonisten in Großbritannien einen Prozess des Nachdenkens in Gang setzt.

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          Nach fast 67 Jahren auf dem Thron darf man Elisabeth II. zutrauen, dass sie ihre Worte sorgfältig wählt. Es stellt den Politikern aller Parteien kein gutes Zeugnis aus, dass die Monarchin an Selbstverständliches erinnern musste. Oder ist es nicht mehr selbstverständlich, dass in einer Demokratie am Ende einer Debatte ein Kompromiss stehen muss, mit dem alle Seiten leben können? Elisabeth ist nicht entgangen, dass die politischen Grabenkämpfer in der Brexit-Debatte nur noch die eigene Ansicht gelten lassen, dass aus Gegnern Feinde zu werden drohen oder es gar schon geworden sind.

          Man muss hoffen, dass das Wort der Königin wenigstens bei einigen Protagonisten einen Prozess des Nachdenkens in Gang setzt. Wenn man andererseits hört, dass Parlamentsabgeordnete, die doch den Anspruch erheben, ernst genommen zu werden, sagen, sie freuten sich auf einen Brexit ohne Abkommen mit der Europäischen Union, dann sieht man einerseits, wie notwendig der königliche Appell war. Dann sieht man aber auf der anderen Seite auch, wie tief die Verblendung mittlerweile schon ist.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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