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Kampf um Fischereirechte : Eine Posse in der Brexit-Saga?

Protest vor Jersey: Französische Fischkutter am Hafen von St.Heller Bild: AP

In den Verhandlungen über das Brexit-Folgeabkommen erwies sich das Thema Fischerei als besonders harzig. Jetzt entlädt sich der Konflikt.

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          Man könnte das Ganze als Lokalposse abtun, die sich irgendwie in den Maschen der großen Politik verfangen hat: Britische und französische Patrouillenboote im Einsatz vor der Kanalinsel Jersey, um zu verhindern, dass die Proteste französischer Fischer, die ihre Anliegen gerne auch robust vortragen, zu heftig werden. Doch solche vermeintlich kleinen Konflikte können sich zu großen Emotionsgetümen aufbauen. Dann steht plötzlich ganz viel auf dem Spiel, Existenzen, Tradition, Ehre, Souveränität.

          Hintergrund ist wieder einmal der Brexit. In den Verhandlungen über den Zugang „europäischer“ Fischer zu britischen Gewässern erwies sich das Thema Fischerei – nicht viel anders als die „irische Grenze“ – als besonders harzig. Vermintes Gelände! Mittelfristig werden die Fangrechte der EU-Fischer peu à peu zurückgefahren.

          Die Inselregierung aber wollte die Sache schon mal beschleunigen und schränkte den Zugang per Lizenzvergabe ein: Keine Wellhornschnecke mehr sollten normannische Fischer fangen dürfen! Folge: Protest und Drohungen aus Paris, die Stromversorgung der Insel zu unterbrechen. Aufzug der Marineschiffe. Das Publikum ist erregt.

          Und die Moral vom Kampf um die Wellhornschnecke? Am Brexit werden viele noch lange zu kauen haben. Es ist eben leichter, einer Union beizutreten, als sie wieder aufzulösen: Die wirtschaftlichen Kosten sind hoch, es gibt viel böses Blut. Erinnert sich übrigens noch jemand an die Kabeljaukriege?

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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