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Brett Kavanaugh : Das Tier im Richter

Brett Kavanaugh während seiner Anhörung in Washington Bild: AP

Wer sich so aufführt wie Donald Trumps Richter-Kandidat Brett Kavanaugh, sollte nicht über andere urteilen dürfen. Ein Kommentar.

          Eine Woche hat das FBI nun Zeit, um zu ermitteln, ob sich die Vorwürfe gegen Präsident Trumps Kandidaten für das Oberste Bundesgericht erhärten lassen. Brett Kavanaugh soll mit 17 versucht haben, ein damals 15 Jahre altes Mädchen zu vergewaltigen. Es hat seit dieser Woche eine Stimme und ein Gesicht: Christine Blasey Ford, inzwischen 36 Jahre älter und Psychologieprofessorin. Sie berichtete vor dem Justizausschuss des Senats mit leiser, gebrochener Stimme, was ihr damals widerfuhr. Es waren schmerzhafte Stunden, für sie und ihre Zuhörer. Für die MeToo-Bewegung war es ein Meilenstein, sie hat damit das Zentrum der Macht erreicht. Sogar Präsident Trump fand Fords Aussage „sehr glaubwürdig“ und „sehr überzeugend“.

          „Rache für die Clintons“

          Dasselbe sagte der Präsident freilich auch über Kavanaugh. Der wies alle Vorwürfe zurück – und das in einer Weise, wie man noch nie einen Bewerber im Anhörungsverfahren erlebt hat. Kavanaugh heulte und schnaufte. Er griff die Senatoren an, unterbrach sie, forderte sie mit unverschämten Gegenfragen heraus.

          Mehr noch, Kavanaugh beschuldigte die Demokraten im Raum, sie wollten ihn vernichten und „Rache für die Clintons“ nehmen. Kavanaugh hatte dem Sonderermittler gedient, der einst gegen Bill Clinton wegen dessen Affäre mit einer Praktikantin ermittelte. Damals empfahl er, Clinton mit peinlich-expliziten Fragen in die Ecke zu treiben. Jetzt, da er selbst dort saß, wütete er wie ein wildes, verletztes Tier.

          Ob Kavanaugh schuldig ist oder nicht, eines hat dieser Auftritt schon gezeigt: Wer sich so aufführt, sollte nicht über andere richten dürfen.

          Thomas Gutschker

          Redakteur im Ressort Politik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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