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Brandanschläge : Europas Synagogen sind Zielscheiben im Nahostkonflikt

  • Aktualisiert am

Ausgebrannt: die Synagoge von Lyon Bild: AP

Offenbar wegen des israelischen Vorgehens gegen die Palästinenser wurden in Frankreich und Belgien Brandsätze auf Synagogen geworfen.

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          Nach dem verschärften israelischen Vorgehen gegen Palästinenserführer Jassir Arafat sind an den Ostertagen Brandanschläge auf Synagogen in Frankreich und Belgien verübt worden.

          In der Nacht zum Montag brannte in Marseille eine Synagoge völlig nieder, auf ein jüdisches Gotteshaus in Anderlecht bei Brüssel wurden fünf Brandsätze geworfen. Zuvor waren in Straßburg und Lyon ähnliche Anschläge verübt worden.

          Nahostkonflikt nicht nach Europa tragen“

          Der französische Präsident Jacques Chirac sprach von „unverzeihlichen“ und „unwürdigen“ Taten. Der israelisch-palästinensische Konflikt dürfe nicht nach Europa getragen werden, erklärte der Bürgermeister von Anderlecht. In Marseille brach das Feuer nach Angaben des jüdischen Repräsentativkomitees (CRIF) am späten Sonntagabend kurz vor Mitternacht aus. Der CRIF-Vorsitzende Clément Yana sprach von einem „antisemitischen Akt“.

          Nachdem in der Nacht zuvor eine Synagoge in Straßburg und am Samstag ein jüdisches Gotteshaus in Lyon attackiert worden war, warnte der Jüdische Zentralrat in Paris vor einer „neuen Kristallnacht“. Die Synagoge in Marseille, die bereits im vergangenen Jahr mit einem Molotow-Cocktail angegriffen worden war, brannte völlig aus. Zahlreiche Bücher und Schriftrollen fielen den Flammen zum Opfer. Im südfranzösischen Toulouse gab ein Mann zwei Schüsse auf einen jüdischen Fleischerladen ab. Die französische Regierung stellte die Anschläge in einen Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt.

          Vorwurf der Untätigkeit

          Der Zentralrat der Juden in Frankreich äußerte sich „zutiefst beunruhigt über die wiederholten Angriffe auf französische Synagogen“ und warf der Regierung Untätigkeit vor. Die Or-Aviv-Synagoge in Marseille wurde regelmäßig von etwa 600 jüdischen Familien besucht und diente auch als Veranstaltungsort für die jüdische Gemeinde. Die Stadt zählte bislang 43 Synagogen.

          In Anderlecht lösten die Molotow-Cocktails, die in die Synagoge geworfen wurden, einen Brand im Parkett aus. Es entstand geringer Sachschaden. Laut der Nachrichtenagentur Belga sollte eine ständige Polizeiwache vor der Synagoge eingerichtet werden. Das Koordinationszentrum der jüdischen Organisationen in Belgien kündigte für Dienstag eine Demonstration mit Solidaritätskundgebung vor der israelischen Botschaft in Brüssel an. Nach dem Anschlag auf die Synagoge im Straßburger Stadtteil Cronenbourg sprühten Unbekannte auf die Fensterscheiben eines arabischen Händlers das Graffiti „Israel wird siegen.“

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