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Botschafter Richard Grenell : Der Paladin verlässt Berlin

Unterschiedliche Temperamente: Grenell und Merkel im Juli 2018. Bild: AFP

Richard Grenell war als Botschafter so knallig wie sein Präsident Donald Trump. Jetzt tritt er in Berlin ab – und könnte im amerikanischen Wahlkampf noch eine prominente Rolle spielen.

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          Richard Grenell hat ein neues Sitzmöbel. Es handelt sich um einen braunen Ledersessel mit geschwungenen Chippendale-Beinen – jenen Stuhl, auf dem er in den vergangenen drei Monaten am Kabinettstisch in Washington saß. Donald Trump überreichte die ausladende Sitzgelegenheit persönlich; ein Abschiedsgeschenk, dem vermutlich kein Abschied folgen wird. Denn Grenell gehört zu den treuesten Paladinen Trumps; es kursieren Mutmaßungen, er werde in Kürze in dessen Wahlkampfteam eine wichtige Rolle spielen. Und als Helfer, als Sprachrohr, als Reklamesäule für seinen Dienstherrn hat sich der einstige Journalist Grenell seit langer Zeit verstanden.

          Johannes Leithäuser
          (Lt.), Politik

          Dem deutschen Publikum wurde er in dieser Funktion schon bekannt, bevor er vor zwei Jahren in Berlin seine offizielle Funktion als amerikanischer Botschafter antrat. Trump beauftragte ihn zusätzlich mit allerhand Nebenjobs, etwa dem eines amerikanischen Sonderbeauftragten für den Kosovo. Im Februar wurde Grenell zum kommissarischen Geheimdienst-Koordinator der amerikanischen Regierung berufen – es war diese provisorische Funktion, die ihm jetzt den braunen Sessel einbrachte.

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