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Bosnien : Karadzic erneut entkommen

  • Aktualisiert am

Noch immer auf der Flucht: Radovan Karadzic Bild: dpa

Die Festnahme des als Kriegsverbrecher gesuchten bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic ist am Freitag zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden fehlgeschlagen.

          Die Festnahme des als Kriegsverbrecher gesuchten bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic ist am Freitag zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden fehlgeschlagen. Die von der Nato geführte Friedenstruppe Sfor wird aber ihre Suche nach Karadzic fortsetzen.

          Das versicherte Nato-Generalsekretär George Robertson in Brüssel. Soldaten aus Deutschland und anderen Staaten hatten zuvor auf der Suche nach möglichen Verstecken von Karadzic Straßen im Südosten von bei Celebici blockiert. Robertson gab zu, dass ihn der Misserfolg der beiden Aktionen am Donnerstag und Freitag enttäuscht habe.

          „Das ist nicht das Ende der Geschichte“

          „Aber das ist nicht das Ende der Geschichte“, betonte Robertson vor Journalisten im Nato-Hauptquartier. Der Einsatz am Freitag sei auf Grund von Informationen erfolgt, die während der Aktion am Vortag gewonnen worden waren. Robertson warnte auch alle anderen mutmaßlichen Kriegsverbrecher. Man werde sie weiter jagen. Die einzige Möglichkeit den Verfolgungsdruck zu beenden, sei sich selbst zu stellen. Auch die Gefolgsleute Karadzics, die ihn versteckten und unterstützen, sollten wissen, dass der Tag der Abrechnung komme.

          Karadzic noch in Celebici

          Die Sfor habe die erste Phase im Einsatz zur Festnahme von Karadzic abgeschlossen, sagte Sfor-Sprecher Daryl Morell in Sarajevo. Die Friedenstruppe habe neue Geheimdienstinformationen bekommen, dass sich Karadzic noch immer bei Celebici verstecke.

          Der 56 Jahre alte Psychiater soll für den Tod von mehreren zehntausend Menschen verantwortlich sein, die wegen seiner extremistischen Kriegspolitik in Bosnien-Herzegowina 1992 bis 1995 gestorben sind. Seit 1995 hat ihn das UN-Tribunal deshalb wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstößen gegen das Kriegsvölkerrecht angeklagt.

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