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F.A.Z.-Sprinter : Eine Olive wird Premierminister

Unsere Sprinter-Autorin: Julia Anton Bild: Robert Wenkemann

Boris Johnson wird zum Nachfolger von Theresa May ernannt, Sonderermittler Robert Mueller muss sich im amerikanischen Kongress erklären und Trump findet nur eines davon interessant. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          „Ich habe mehr Chancen, als Olive wiedergeboren zu werden“ – das war jahrelang eine Standardantwort von Boris Johnson auf die Frage, ob er mal Premierminister Großbritanniens würde. Heute Nachmittag wird die Queen ihn im Buckingham Palast zum Nachfolger von Theresa May ernennen – und Johnson wird anschließend seine erste Rede vor dem britischen Regierungssitz in der 10 Downing Street halten. In seinem Leitartikel geht unser London-Korrespondent Jochen Buchsteiner der Frage nach, ob mit der Wahl Johnsons nun das nächste westliche Land an einen „Populisten“ fällt – und erklärt, warum der 55-Jährige keineswegs „mad“, also irrwitzig, ist.

          Julia Anton

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          „Mad“ wäre aber sicherlich eine Beschreibung, die Donald Trump für die heute im Kongress stattfindende Anhörung von Sonderermittler Robert Mueller gefallen würde. Im besten Falle erhoffen sich die Demokraten Erläuterungen zu Muellers Verzicht darauf, in seinem Abschlussbericht zu den Russland-Ermittlungen eine Anklage Trumps wegen Justizbehinderung zu empfehlen, wie Majid Sattar in seinem Vorbericht erläutert. Trump spielt den Termin herunter: Er werde sich die Anhörung nicht ansehen – und ergänzte dann doch: „Vielleicht schaue ich mir ein bisschen davon an.“ Wir werden Sie auf FAZ.NET auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

          Weiter verfolgen werden wir auch die Ermittlungen um die Schüsse auf einen Eritreer in Wächtersbach. Der 26-Jährige hat die rassistisch motivierte Tat am Montag schwer verletzt überlebt. Wie meine Kollegin Katharina Iskandar berichtet, gehen die Ermittler davon aus, dass der Täter Roland K. den jungen Mann zufällig wegen seiner Hautfarbe auswählte. Er tötete sich später selbst. Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke handelt es sich damit schon um die zweite Tat mit rechtsgerichtetem Hintergrund innerhalb weniger Wochen in Hessen. F.A.Z.-Herausgeber Berthold Kohler schreibt in seinem Kommentar dazu: „Der Fall wäre ein Fanal, wenn sich bewahrheitete, was den ersten Ermittlungen nach zu befürchten ist: dass Hass und Hetze den Täter zur Waffe greifen ließen.“

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          Und sonst: Wird Annegret Kramp-Karrenbauer in einer Sondersitzung des Bundestags als Verteidigungsministerin vereidigt. Stellt die Deutsche Bank ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Berichtet Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in einer Ausschusssitzung über die Vertragsinhalte mit den Betreibern der gescheiterten PKW-Maut. Präsentiert die Deutsche Umwelthilfe Straßen-Abgasmessungen an Lastwagen.

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