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Bonner Konferenz : Afghanistan bekommt Hilfe bis 2024

Außenminister Guido Westerwelle (links) mit seinem afghanischen Amtskollegen Zalmai Rassoul auf der Konferenz in Bonn Bild: dapd

Auf der Afghanistan-Konferenz in Bonn haben die Staats- und Regierungschefs dem Land Hilfe bis 2024 zugesagt. Präsident Karzai versprach im Gegenzug weitere Reformen.

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          Die Staatengemeinschaft hat Afghanistan Hilfe bis zum Jahr 2024 versprochen, wofür das Land im Gegenzug weitere Reformanstrengungen in Aussicht stellte. Das ist das Ergebnis einer internationalen Konferenz in Bonn, an der am Montag 85 Staaten und 15 Nichtregierungsorganisationen teilnahmen.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und angrenzende Länder mit Sitz in Wien.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

          „Das afghanische Volk will keinen Tag länger als nötig eine Belastung für die internationale Gemeinschaft sein", sagte Präsident Karzai. „Aber wir brauchen ein weiteres Jahrzehnt ihre weitere Unterstützung." Er dankte Deutschland für seine langjährige Hilfe. Bundeskanzlerin Merkel verwies darüber hinaus auf die Vereinigten Staaten, die den weitaus größten Beitrag in Afghanistan leisteten.

          Die Konferenz war auf Bitten der afghanischen Regierung einberufen worden, um ein Vorgehen für die Zeit nach 2014 zu skizzieren, wenn die letzten ausländischen Kampftruppen vom Hindukusch abgezogen sein sollen. Bundeskanzlerin Merkel sagte, Afghanistan könne sich auch nach 2014 auf die Unterstützung der Staatengemeinschaft verlassen. „Das ist eine der wichtigsten Lehren, die wir aus vielen Beispielen der Geschichte Afghanistans ziehen." Viele andere Länder sagten ebenfalls Unterstützung zu, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich.

          Konkrete finanzielle Zusagen gab es zunächst nicht, das soll im nächsten Jahr geklärt werden. Von westlicher Seite wurde aber versichert, dass die Hilfe großzügig sein werde und nicht nur der Gewährleistung von Sicherheit, sondern auch der wirtschaftlichen Entwicklung dienen werde. Die afghanische Führung verpflichtete sich zu besserer Regierungsführung, Korruptionsbekämpfung und Demokratie.

          Die Konferenzteilnehmer sagten außerdem ihre Unterstützung für den afghanischen Aussöhnungsprozess zu, der auf einem Gewaltverzicht und dem Respekt für die Menschenrechte beruhen müsse. „Wir wollen Afghanistan niemals wieder in die Hände von denen fallen lassen, die es zu einer Stätte von Gewalt und Terrorismus werden lassen", sagte Karzai.

          UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte Karzai in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Dienstagsausgabe) auf, die Verhandlungen mit den Taliban „aggressiver voranzutreiben". Trotz der Ermordung des mit den Friedensgesprächen betrauten früheren Präsidenten Rabbani dürfe Karzai nun nicht aufgeben. „Abwarten hilf niemandem."

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