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Flüchtlingspolitik : „Die Sprache kommt häufig vor der Tat“

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Schild im sächsischen Clausnitz: Hier hatten im Februar Gegner eines neuen Asylbewerberheims versucht, die Ankunft der ersten Bewohner zu blockieren. Bild: dpa

Das Bundeskriminalamt warnt vor neuer Gewalt gegen Flüchtlinge. Sorge bereitet dem BKA-Chef nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch die verbale Radikalisierung der Flüchtlingsgegner.

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          Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, hat vor einer neuen Art der Gewalt gegen Asylsuchende in Deutschland gewarnt. „Uns bereitet vor allem Sorge, dass die Qualität der Gewalt steigt. In diesem Jahr gab es bereits 45 Brandstiftungen“, sagte Münch im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Täter sind überwiegend männlich und fast 80 Prozent kommen laut BKA aus dem Ort, an dem auch die Straftat verübt wurde.

          Aktuell habe das BKA keine Erkenntnisse auf überregionale rechtsextremistische Strukturen, die gezielt Anschläge auf Flüchtlinge organisierten. Die Gewalttäter agierten eher lokal. „Allerdings sehen wir durchaus das Risiko der Bildung krimineller oder gar terroristischer Strukturen – ausschließen dürfen wir das nicht und nehmen diese Gefahr sehr ernst“, ergänzte der BKA-Präsident.

          Zudem zeigte sich Münch besorgt über die steigende verbale Gewalt durch Hasskriminalität im Internet. „Die Zahl der Delikte, die wir hier im Jahr 2015 registriert haben, hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht und liegt bei etwa 3000 Fällen“, so der BKA-Chef. „Wir gehen davon aus, dass verbale Gewalt eine Vorstufe für Übergriffe auf Flüchtlinge sein kann – die Sprache kommt häufig vor der Tat.“

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