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Eucharistie für Ehepartner : Bischöfe streiten über Teilnahme am Abendmahl

Zweifelt: Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki Bild: dpa

Dürfen nichtkatholische Ehepartner am Abendmahl teilnehmen? Eine Gruppe von Bischöfen bezweifelt die Vereinbarkeit mit dem Glauben und der Einheit der Kirche und wendet sich in einem Brief, der der F.A.Z. vorliegt, an den Vatikan.

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          In den Reihen der katholischen Bischöfe in Deutschland gibt es Streit über den richtigen Umgang mit dem Wunsch nichtkatholischer Ehepartner, in der katholischen Kirche am Abendmahl teilzunehmen. Im Februar hatte die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz nach mehrjährigen Vorarbeiten durch die Glaubens- sowie die Ökumenekommission der Bischofskonferenz und mehreren kontroversen Debatten mit Zweidrittelmehrheit ein Dokument gebilligt, das Seelsorgern und Eheleuten Kriterien an die Hand gibt, bei deren Erfüllung die gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie in der katholischen Kirche möglich ist. Veröffentlicht wurde die sogenannte Orientierungshilfe zunächst nicht. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, erläuterte das Zögern mit dem Hinweis, wie üblich müssten in einer Art Endredaktion noch Einarbeitungen („modi“) berücksichtigt werden.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Noch ehe die Endfassung vorlag, wandten sich sieben Diözesanbischöfe an den Vatikan. In einem Brief, der am 22. März an den Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, den Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch, abgesandt wurde formulierten die Unterzeichner ihre Zweifel daran, dass der „vorgelegte Lösungsentwurf mit dem Glauben und der Einheit der Kirche vereinbar“ sei. Als Wortführer der Gruppe setzte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki den Vorsitzenden mit Datum des 23. März von der Intervention in Kenntnis. Die anderen Diözesanbischöfe wurden weder von Woelki noch von den anderen Unterzeichnern, den (Erz)Bischöfen Schick (Bamberg), Ipolt (Görlitz), Hanke (Eichstätt), Oster (Passau), Voderholzer (Regensburg) und Zsarda (Augsburg), informiert.

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