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Biowaffen : Biowaffen - so alt wie der Krieg

  • -Aktualisiert am

Im Einsatz gegen Biowaffen Bild: dpa

Im Mittelalter warfen Belagerer mit Pest verseuchte Körper in Städte. Heute können Kriegsherren und Terroristen Biowaffen gezielter einsetzen.

          1 Min.

          Krankheitserreger als militärisches oder terroristischen Mittel anzuwenden, ist keine Idee des 20. Jahrhunderts. Bereits im Mittelalter schleuderten Belagerer mit Pest verseuchte Körper über Stadtmauern, um die Bevölkerung zu infizieren. Außer der tatsächlichen Bedrohung durch die Krankheit verunsichern Biowaffen die Menschen, sie lösen Panik aus.

          Diese Gründe brachten Kriegsherren und Terroristen immer wieder dazu, Mikroorganismen, Bakterien, Viren, Pilze oder Toxine als Waffen einzusetzen. Im 21. Jahrhundert bietet die Gentechnik zusätzlich Möglichkeiten, Biowaffen noch gefährlicher zu machen, noch schwerer zu erkennen und zu bekämpfen.

          Tödliche und nichttödliche Biowaffen

          Dabei gibt es nicht nur die tödlichen Biowaffen (siehe Link "Tödliche Biowaffen"). Auch nichttödliche Biowaffen können Kriege entscheiden (siehe Link "Nichttödliche Biowaffen"). Diese Kampfstoffe vernichten Ernten, zerstören Material oder Treibstoff oder legen die Technik des Gegners lahm.

          Entscheidend für die Wirkung von Biowaffen ist auch, wie großflächig sie eingesetzt werden. Terroristen wählten in der Vergangenheit eher den verdeckten Weg über Luftschächte in U-Bahnen, in Lebensmitteln oder im Trinkwasser. Solche Angriffe blieben lokal begrenzt. Die USA haben für militärische Zwecke großflächigere Techniken wie das Ausbringen durch B52-Bomber und Wetterballons entwickelt.

          Noch gefährlicher werden Biowaffen durch gentechnische Veränderungen. Durch Eingriffe ins Erbgut können Erreger widerstandsfähiger gemacht werden, oder sie werden so verändert, dass sie schwerer zu erkennen sind. Es gibt beispielsweise Experimente in Russland, die Milzbranderregern ein Gen eines verwandten Bakteriums einsetzten. Danach war die Oberflächenstruktur des Erregers so verändert, dass er mittels der üblichen Nachweisverfahren nicht identifiziert wurde. Impfungen blieben wirkungslos.

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