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Bioenergie : Die Unschuld vom Lande

Wie sagt doch der Amerikaner: You can´t have the cake and eat it. Man könnte auch sagen: Sprit kann man nicht essen und fressen, selbst wenn er „Bio“ ist.

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          In Deutschland muss niemand verdursten oder hungers sterben, weil Gerste und Mais nicht mehr nur in der Brauerei und im Mastbullenstall landen, sondern immer öfter im Fermenter einer Biogasanlage. Die dunkle Seite dieser „sanften“ Energie zeigt sich vor allem bei globaler Betrachtung.

          Weil auch andere Länder auf die Idee gekommen sind, ihre Äcker in Strom- und Treibstoffquellen zu verwandeln, geht der Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln zurück. Wenn dazu eine Missernte von dem Ausmaß kommt, wie sie jetzt in Amerika droht, dann wird Mehl aus Weizen und Mais knapp und teuerer. Am Ende einer solchen Kette steht immer der Hunger.

          Die Welternährungsorganisation rief deshalb Washington auf, die Ethanol-Produktion zu drosseln, in die vierzig Prozent der amerikanischen Maisernte gehen. Nun ernährt Deutschland nicht die Welt. Doch der Satz, dass man Strom und Sprit nicht essen und fressen kann, selbst wenn sie „bio“ sind, stimmt auch hierzulande. Den Glauben, die Bioenergie sei die ökologische Unschuld vom Lande, hat die Nationalakademie Leopoldina dagegen ins Reich der Legenden verwiesen.

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