https://www.faz.net/-gpf-ae762

Als Folge von Cyberangriffen : Bidens Kriegswarnung

Warnt vor Krieg: Der amerikanische Präsident Joe Biden Bild: STEFANI REYNOLDS/The New York Ti

Der amerikanische Präsident hat neulich Russland davor gewarnt, „kritische Infrastruktur“ in Amerika anzugreifen. Jetzt hat er nachgelegt.

          1 Min.

          Man soll den Teufel nicht an die Wand malen, heißt es im Volksmund. In der Tat klingt die Warnung des amerikanischen Präsidenten vor einem Krieg zwischen Großmächten als Folge eines Hackerangriffs – und nur als Folge eines solchen kann er sich einen solchen Krieg vorstellen – reichlich apokalyptisch.

          Doch Cyberangriffe auf sogenannte kritische Infrastruktur, staatliche Institutionen und private Unternehmen haben derart zugenommen, dass niemand mehr darüber hinwegsehen kann. Je umfassender die Digitalisierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft voranschreitet, desto verwundbarer werden diese und desto größer werden die Sicherheitsanforderungen.

          Nicht handlungsunfähig machen lassen

          Westliche Geheimdienste sind sich einig, dass hinter vielen Angriffen gegen Einrichtungen im Westen staatliche Stellen in Russland und China stecken sowie kriminelle Gruppen, die mit Wissen und/oder Billigung jener in erpresserischer Absicht agieren. Präsident Biden hat neulich gegenüber dem russischen Präsidenten klar gemacht, welche Elemente kritischer Infrastruktur auf keinen Fall Ziele von Cyberangriffen werden dürften.

          Die Antwort auf die unausgesprochene Frage, was geschehe, wenn dieses „never“ missachtet werde, hat er jetzt gegeben. Unsere Gesellschaften und die Strukturen des Staates können sich nicht von staatlichen oder privaten Akteuren paralysieren und handlungsunfähig machen lassen. Es wird Zeit, dass das Bewusstsein für diese Verwundbarkeit wächst und zu mehr sicherheitspolitischer Abwehr führt.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nach Festnahme in Hagen : Ohne NSA und Co. kaum Hinweise auf Anschläge

          Deutsche Sicherheitsexperten loben ausländische Geheimdienste. Nach der Festnahme in Hagen werden islamistische Gefährder zum Wahlkampfthema. Unionskandidat Laschet pocht auf Abschiebungen und Verbote, Grünen-Kandidatin Baerbock betont die Notwendigkeit von Überwachung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.