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Betreuungsgeld : Beruhigungsmittel

Was empfiehlt der erfahrene Parteiarzt zur Sedierung eines Streits über die Betreuung von Kindern? Na klar, mehr Rente.

          Er wolle nicht den Bruch der schwarz-gelben Koalition, sagt CSU-Chef Seehofer, sondern deren Erfolg – solange sich der, diese unausgesprochene Kautel darf man getrost dazudenken, als ein Erfolg der CSU ausgeben lässt. Das Betreuungsgeld ist dafür wie geschaffen. Seit Teile von CDU und FDP mit der Opposition gegen das Projekt anrennen, lohnt es sich für die CSU erst so richtig, dafür zu sein. Denn sie weiß dabei große Teile des bayerischen Wahlvolks hinter sich. Die Kampagne von SPD und Grünen, die die private Kleinkinderbetreuung für rückständig, mitunter gar für schädlich erklären, ist das Beste, was der CSU seit langem widerfährt.

          Die SPD kann ihren Furor gar nicht mehr bändigen: Sie will vor Gericht ziehen wegen eines Gesetzes, das noch gar nicht vorliegt. Aber auch im Unionslager erregt die Sache die Gemüter mehr als die Atomwende und der Abschied von der Wehrpflicht zusammen. Ein erfahrener Parteiarzt wie Kauder greift in einer solchen Lage natürlich zu einem Beruhigungsmittel, das die Deutschen noch mehr sediert als mehr Geld für die Kinder: mehr Rente.

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