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Beschimpfungen und Prügel : Konferenz der syrischen Opposition endet im Chaos

  • Aktualisiert am
Sie wollen Assad absetzen, sind sich untereinander aber oft höchst uneinig: Die syrische Opposition.
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          Der zersplitterten syrischen Opposition ist es bei einer Konferenz unter Schirmherrschaft der Arabischen Liga nicht gelungen, ihre Differenzen zu überwinden. Nach Angaben von Teilnehmern des Treffens, das am Mittwoch in den frühen Morgenstunden in Kairo endete, einigten sich die mehr als 200 Delegierten lediglich auf den Sturz des Regimes von Präsident Baschar al Assad als gemeinsames Ziel.

          Um die Rechte der kurdischen Minderheit und die Frage, ob Syrien künftig eine dezentrale Verwaltung haben soll, wurde dagegen bis tief in die Nacht gestritten. Auch die Form einer möglichen ausländischen Militärintervention blieb umstritten. Die Vertreter des Nationalen Rates der Kurden zogen sich von der Konferenz zurück.  Vertreter der ethnischen Minderheit seien gegangen, weil die Konferenz ihren Status nicht habe anerkennen wollen, sagte Abdel Asis Othman vom Nationalen Kurdenrat. Danach kam zu Beschimpfungen und Prügeleien: Delegierte verprügelten einander und beschimpften sich. Frauen im Saal begannen zu weinen. Beschäftigte des Veranstaltungsortes, eines Hotels, brachten Tische und Stühle in Sicherheit, als aufgebrachte Gegner von Präsident Baschar al-Assad aufeinander losgingen.

          Die Muslimbruderschaft teilte mit, sie habe Vorbehalte gegen mehrere Punkte des Nationalen Pakts, der an die Konferenzteilnehmer zu Beginn der zweitägigen Veranstaltung als Entwurf verteilt worden war.

          16 Tote bei Angriffen am Mittwoch

          Weil es bislang nicht gelang, die verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen hinter einer Führung zu versammeln, ringt die Opposition in Syrien weiter um internationale Anerkennung. Die Spaltung der Regierungsgegner gilt als einer der Gründe, warum sich Assad trotz des seit mehr als 16 Monaten andauernden Volksaufstands länger als andere unter Druck geratene Staatschefs in der Region an der Macht halten konnte.

          Am Mittwoch zählten Aktivisten 16 Tote bei Angriffen der Regierungstruppen. Besonders heftig sei der Beschuss in der Widerstandshochburg Homs gewesen, hieß es. In Daraa seien zwei Kinder getötet worden.

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