https://www.faz.net/-gpf-990q1

China-Kommentar : Brecht auf Chinesisch

2016 wurde der Augsburger Roboter-Hersteller Kuka von dem chinesischen Haushaltsgeräte-Konzern Midea übernommen. Bild: dpa

Berlin sah der Einquartierung Pekings in Deutschland zu lange zu gutgläubig zu. Wunschdenken hilft auch im Fall Moskau nicht.

          Die alte Brecht-Frage „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ lautet im 21. Jahrhundert und übersetzt aus dem Chinesischen: „Was ist das Ausspionieren eines Unternehmens gegen dessen Übernahme?“

          Pekings Griff auch nach deutschen Firmen und ihrem Wissen hat ein Ausmaß angenommen, das nun sogar den Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz zu einer deutlichen Warnung vor den damit verbundenen Gefahren veranlasste. Berlin sah der stillen chinesischen Einquartierung zu lange zu gutgläubig zu.

          Auch Deutschland hat es hier aber mit einer aufstrebenden Großmacht zu tun, die sich nach einem strategischen Plan überall auf der Welt Unternehmen, Märkte und Ressourcen sichert, die ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss vergrößern.

          Moskau, dem die finanziellen Mittel fehlen, um es Peking gleichzutun, muss sich auf Cyberangriffe beschränken, an deren Ursprung Maaßen nicht zweifelt. Aber auch in diesem Fall drücken in der deutschen Politik und Wirtschaft immer noch zu viele die Augen zu und glauben einfach fest, es wäre anders.

          Weitere Themen

          Das Ende der Einsamkeit Video-Seite öffnen

          Insel Sokotra im Jemen : Das Ende der Einsamkeit

          Der Artenreichtum der Insel Sokotra hat sie zum Weltkulturerbe gemacht. Doch das Paradies ist von politischen Verwerfungen bedroht: Die Hilfe aus Saudi-Arabien und den Emiraten ist auch ein Zeichen von Autoritätsverlust.

          Topmeldungen

          Ehemaliger Lebensmittelladen in Loitz: Der Solidaritätszuschlag dient in erster Linie zur Finanzierung der Kosten, die die deutsche Wiedervereinigung verursacht hat. (Archiv)

          Wortbruch der Union : Soli-Schmerzen

          Dass ein Teil des Soli bleibt, dürfte für die Betroffenen finanziell zu verschmerzen sein. Nicht aber der Wortbruch der Union – und das bittere Gefühl, dass ihr Sondereinsatz für das Land nicht einmal wertgeschätzt wird.
          Trotz Sanktionen: Schweißer arbeiten Anfang April im Karosseriebau des Mercedes-Benz Werks im Industriepark Jessipowo bei Moskau

          Russland-Sanktionen : Der Preis des Zurückweichens

          Die Russland-Sanktionen waren ein Signal. Deren Aufhebung wäre es erst recht – die EU würde damit demonstrativ vor Moskaus Politik der Gewalt und Drohung zurückweichen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.