https://www.faz.net/-gpf-9hpv0

Bernie Sanders’ Buch : „Steht auf und kämpft“

  • -Aktualisiert am

Tut er es oder tut er es nicht? Bernie Sanders einer Wahlkampfveranstaltung Bild: AFP

Bernie Sanders will noch nicht sagen, ob er wieder als Präsidentschaftskandidat der Demokraten ins Rennen zieht. Aber er hat schon mal ein Wahlkampfbuch geschrieben.

          Bernie Sanders ist für viele Linke in Amerika immer noch der Favorit Nummer Eins, wenn es um die demokratische Präsidentschaftskandidatur 2020 geht – auch, wenn der Texaner Beto O'Rourke ihn in einer Umfrage der progressiven Organisation „Move On“ vor kurzem überholte. Sanders sitzt zwar als Unabhängiger für den Bundesstaat Vermont im Senat – doch er ist mittlerweile Teil des demokratischen Führungsteams in der Kammer, viele seiner Forderungen haben es in den Mainstream der Partei geschafft – und seine Mailingliste aus dem Wahlkampf 2016, die Millionen Adressen umfassen soll, gilt als absolut unverzichtbar für die kommende Kampagne.

          Der 77 Jahre alte Politiker will Vordenker und inhaltlicher Schrittmacher für die Demokraten sein. Die um ein politisches Programm ringende Partei sieht sich nach den Zwischenwahlen zwar gestärkt, doch zwei Jahre Donald Trump hat man noch vor sich. Sanders will den inhaltlichen Takt vorgeben und hat dafür ein neues Buch geschrieben: „Where do we go from here? Two years in the resistance“. Auf Deutsch würde sich der Buchtitel als „Wie geht es jetzt weiter? Zwei Jahre im Widerstand“ lesen.

          Sanders' wichtigstes Anliegen: Die „Revolution“, die das Land brauche, müsse von unten kommen. „In einer Zeit massiver und wachsender Einkommensunterschiede, während unsere Nation immer mehr auf eine oligarchische Gesellschaftsform zusteuert, brauchen wir eine noch nie dagewesene politische Graswurzel-Bewegung, die sich gegen die herrschende Klasse der Milliardäre und gegen die Politiker, die ihnen gehören, auflehnt.“ In den vergangenen Jahren habe man damit schon einigen Erfolg gehabt. Sanders blickt tatsächlich auf wichtige Siege innerhalb der Partei zurück. Einige seiner Forderungen, die früher als extrem links galten, sind inzwischen Mainstream: Dazu gehören die Abschaffung der Studiengebühren an öffentlichen Colleges ebenso wie eine allgemeine, öffentlich finanzierte Krankenversicherung. Vielerorts nahm die Partei auch seine Forderung nach 15 Dollar Mindestlohn auf.

          Im Buch zeichnet Sanders nach, wie an vielen Orten Amerikas progressive Bürgermeister und Landespolitiker Veränderungen erzielt hätten. Doch der Hauptgegner sei stark: Donald Trump und der Geist der Spaltung, der die Menschen gegen die falschen Gegner aufhetze: „Die schlechte Nachricht ist, dass wir nicht gemeinsam vorangehen, sondern dass stattdessen Demagogen wie Donald Trump Wahlen gewinnen. Die schlechte Nachricht ist, dass zu viele von uns wütend auf die falschen Leute werden. Es war kein Einwanderer, der für acht Dollar die Stunde Erdbeeren pflückt, der im Jahre 2008 die Wirtschaft zerstörte, es waren die Gier und das illegale Verhalten der Wall Street.“

          Weitere Themen

          Selfies mit dem K-Hive

          Kamala Harris im Wahlkampf : Selfies mit dem K-Hive

          Kamala Harris, Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten, sammelt Spenden in New York. Politisch landet sie mal links und mal in der Mitte – und setzt auf die vielen unentschlossenen Wähler.

          Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Klage von Hoteliers : Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Trump schädige ihr Geschäft, indem er Diplomaten nötige, in seinen Hotels abzusteigen, monieren Gaststättenbetreiber. Damit haben sie vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg errungen. Nun könnte der Supreme Court den Fall an sich ziehen.

          Topmeldungen

          2007 sitzt Kanzlerin Angela Merkel von dem Eqi Gletscher in Dänemark – heute ist der Klimawandel eine ihrer größten Herausforderungen. (Archivbild)

          Klimapolitik der CDU : Die größte Baustelle der Merkel-Ära

          Die CDU will endlich den gordischen Klima-Knoten durchschlagen. Es wäre aber schon viel gewonnen, wenn der Preis auf Kohlendioxid nicht so endet wie die Energiewende.

          Brexit-Treffen : Johnson blitzt bei Juncker ab

          Der britische Premierminister Johnson hatte Zuversicht verbreitet, doch seine Gespräche mit Kommissionschef Juncker blieben ohne konkretes Ergebnis. Das erste Treffen zwischen den beiden Politikern findet ein kurioses Ende.
          Samstagabend in Lampedusa: 82 Gerettete wurden an Land gebracht

          Italien und die Seenotrettung : Vorübergehend berechenbar

          Die neue Regierung in Italien dreht im Streit über private Seenotretter bei. Doch das Grundproblem des Dubliner Übereinkommens bleibt bestehen. Regierungschef Conte verlangt Reformen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.