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Giftanschlag auf Nawalnyj : Berlin ist deutlich geworden

Alexej Nawalnyj am 29. Februar 2020 bei einem Gedenkmarsch für den 2015 ermordeten russischen Oppositionellen Boris Nemzow Bild: AFP

Die Kanzlerin hat sich für den vergifteten Putin-Kritiker eingesetzt. An Moskaus Reaktion wird man ablesen können, wie groß das Interesse des Kremls an ordentlichen Beziehungen mit Berlin noch ist.

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          Die medizinische Diagnose der Ärzte in der Charité konnte nicht ohne politische Folgen bleiben. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas haben das Richtige getan, als sie danach schnell reagiert haben. Indem sie ausdrücklich fordern, den Giftanschlag auf den Oppositionspolitiker Aleksej Nawalnyj vollständig und transparent aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, geben sie zu verstehen, wie sie das tatsächliche Interesse der russischen Regierung einschätzen.

          Das ist die Fortsetzung ihres Einsatzes für den Transport Nawalnyjs nach Deutschland und den Polizeischutz für ihn – deutlicher kann man als Regierung kaum sagen, dass man die Hinhaltetaktik und die Ausflüchte der russischen Machthaber nach Nawalnyjs Zusammenbruch für eine Art Schuldeingeständnis hält.

          Nun, da Tatsachen im Raum stehen, ist die Frage, wie Moskau reagiert: Geht der Kreml zum propagandistischen Gegenangriff über und erklärt den deutschen Ärzten das Misstrauen? Oder spielt er ob der schlechten Nachrichten die bestürzte Unschuld?

          Es ist ein ganzes Spektrum möglicher Reaktionen denkbar. Daran wird man auch ablesen können, wie wichtig es aus Moskauer Sicht noch ist, einen guten Draht nach Berlin zu behalten. Bisher waren die noch relativ ordentlichen Beziehungen zwischen der Bundesregierung und dem Kreml vor allem ein Resultat einer – oft unangebrachten – deutschen Zurückhaltung. Jetzt ist Berlin deutlich geworden.

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