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Berliner Senat : Gruppenbild mit zwei Damen

  • -Aktualisiert am

Karin Schubert kümmert sich künftig um die Berliner Justiz Bild: dpa

Dem neuen Berliner Senat werden statt vormals vier nur noch zwei Frauen angehören.

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          Das fängt aus Sicht der SPD- und PDS-Frauen nicht gut an: Auf dem Weg von Rot-Grün zu Rot-Rot sind dem neunköpfigen Berliner Senat zwei Frauen abhanden gekommen.

          Vier Senatorinnen nahmen am Dienstag nach der letzten Sitzung des rot-grünen Übergangssenates aus ganz unterschiedlichen Gründen ihren Abschied. Doch nur zwei Nachfolgerinnen werden künftig auf ihren Stühlen Platz nehmen: Karin Schubert (SPD) für Justiz und Heidi Knake-Werner (PDS) für Gesundheit und Soziales. Da werde der designierte Frauensenator Gregor Gysi (PDS) noch eine Menge Überzeugungsarbeit bei seinen Kollegen leisten müssen, wurde hinter vorgehaltener Hand gelästert.

          Vergebliche Suche im gesamten Bundesgebiet

          Nach einwöchiger vergeblicher Suche im gesamten Bundesgebiet musste der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Segel streichen: Statt einer zweiten Frau für die künftige SPD-Regierungsriege präsentierte er mit dem designierten Finanzsenator Thilo Sarrazin den sechsten Mann. Auch keiner der zuvor gehandelten Männer in den anderen Ressorts musste dafür - wie von den SPD-Frauen gefordert - seinen Sessel räumen.

          Frauen gaben Wowereit einen Korb

          Mehrere zuvor gehandelte Frauen hatten dem Regierungschef für das Finanzressort einen Korb gegeben. Nach dem freiwilligen Verzicht von Christiane Krajewski - nach außen hoch gelobte SPD-Finanzsenatorin des rot-grünen Übergangssenates - wollte offenbar keine Kandidatin den inzwischen bundesweit verrufenen Knochenjob der harten Sparkommissarin in Berlin übernehmen. Das Land ist mit rund 40,9 Milliarden Euro (80 Milliarden Mark) heillos verschuldet. Im noch gar nicht aufgestellten Haushalt für 2002 klafft eine Deckungslücke von über fünf Milliarden Euro.

          „Das kann mal wieder ein Mann machen“

          Die ebenfalls genannte, frühere brandenburgische Finanzministerin Wilma Simon hatte den richtigen Riecher: „Das kann mal wieder ein Mann machen“, meinte Simon. Am mangelnden Rückhalt in der SPD für die unpopulären Einsparungen waren in den vergangenen Jahren als Finanzsenatorinnen sowohl Annette Fugmann-Heesing als auch Krajewski gescheitert.

          Ihre zweite Senatorin Gabriele Schöttler „opferte“ die SPD jetzt freiwillig. Der bisherigen Chefin für Arbeit/Gesundheit/Soziales/Frauen nützte zum Schluss auch ihre Doppelquote Frau und Ost nichts. Ihr Ressort wurde geteilt und fiel in beiden Neuzuschnitten an die PDS.

          Zwei qualifizierte Frauen verlassen den Senat

          Mit Krajewski und der bisherigen Senatorin für Wissenschaft und Kultur, Adrienne Goehler (für die Grünen), verlassen zwei qualifizierte Fachfrauen den Senat. Wowereit lobte Goehler in seiner Bilanz für Rot-Grün als über die Parteigrenzen hinaus anerkannte und sehr beliebte Kulturexpertin. „Mich haben zahlreiche Briefe aus der Kulturszene erreicht, die sich für den Verbleib Goehlers ausgesprochen haben“, sagte der SPD-Politiker. Sie wäre auch gern Kultursenatorin geblieben, hatte Goehler mehrfach bekannt.

          So etwas wie Wehmut kam in der letzten Senatssitzung jedoch bei niemandem auf. So freundschaftlich und kollegial, wie man zusammengearbeitet habe, sei man auch auseinander gegangen, hieß es.

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