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Rücknahme von IS-Kämpfern : Berlin reagiert zurückhaltend auf Trumps Forderung

  • Aktualisiert am

IS-Kämpfer nach der Eroberung der nordirakischen Stadt Mossul (Archivbild von Mitte 2014) Bild: dpa

Donald Trump hat von Europa die Aufnahme und Verurteilung Hunderter IS-Kämpfer gefordert. Andernfalls wäre Amerika gezwungen, sie auf freien Fuß zu setzen. Die Bundesregierung verweist auf die schwierigen Bedingungen in Syrien.

          Die Bundesregierung hat sich zurückhaltend zur Forderung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zur Aufnahme und Verurteilung gefangener Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) geäußert. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, man habe zwar Kenntnis von Fällen deutscher Staatsangehöriger, die sich in Nordsyrien in Gewahrsam befinden sollen. Eigene Erkenntnisse lägen dazu aber nicht vor. Eine konsularische Betreuung in Syrien sei nach der Schließung der deutschen Botschaft in Damaskus weiterhin faktisch nicht möglich.

          Für Syrien bestehe seit langem eine Reisewarnung, hieß es aus dem Auswärtigen Amt weiter. Unabhängig davon prüfe die Bundesregierung mögliche Optionen, um deutschen Staatsangehörigen insbesondere in humanitären Fällen eine Ausreise aus Syrien zu ermöglichen.

          Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums teilte mit, nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden seien seit 2013 gut 1050 Personen aus Deutschland in Richtung des Kriegsgebietes in Syrien und dem Irak ausgereist, um sich dort an der Seite von terroristischen Gruppen am Dschihad zu beteiligen, dem „Heiligen Krieg“. Rund ein Drittel dieser Menschen sei bereits nach Deutschland zurückgekehrt.

          Etwa 270 Frauen und Kinder aus Deutschland oder auch dort geborene Kinder deutscher Eltern seien noch in der Region Syrien und Irak, erklärte die Sprecherin weiter. 75 Prozent der Kinder seien nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden unter drei Jahre alt. Es sei davon auszugehen, dass diese im Dschihad-Gebiet geboren worden seien.

          Trump hatte die europäischen Verbündeten zur Aufnahme und Verurteilung von Hunderten von gefangenen Kämpfern aufgerufen. Andernfalls wären die Vereinigten Staaten gezwungen, die Kämpfer auf freien Fuß zu setzen, twitterte Trump in der Nacht zum Sonntag.

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