Berlin : Musiklehrer gesteht Brandanschläge auf Staatsgebäude
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Bei den Anschlägen sind nur kleinere Sachschäden entstanden wie im September 2014 an diesem Eingang zum Reichstagsgebäude. Bild: dpa
Seit einem Jahr hat ein Unbekannter Brandanschläge auf Bundestag, Kanzleramt und Parlament verübt. Jetzt glauben die Ermittler, den Täter überführt zu haben.
Eine seit einem Jahr andauernde Serie rechtsextremistisch motivierter Brandanschläge auf Regierungs-, Parlaments- und andere Staatsgebäude ist anscheinend aufgeklärt. Ein am Donnerstag festgenommener Mann habe die Taten gestanden, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Gegen den 48 Jahre alten Musiklehrer wurde Haftbefehl wegen Brandstiftung in acht Fällen erlassen.
Der Mann war in der Nacht zum Donnerstag mit einer Strickleiter über einen Zaun am Bundeskanzleramt geklettert und hatte einen Molotowcocktail geworfen. Am Tatort und in seiner Wohnung wurden Flugblätter der als rechtsextrem eingestuften „Deutschen Widerstandsbewegung“ gefunden.
Frühere Brandanschläge galten der CDU-Parteizentrale, dem Reichstagsgebäude, dem Paul-Löbe-Haus des Bundestags und dem Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten. Meist warf der Täter in der Nacht einen Molotow-Cocktail an die Fassade oder auf eine Tür, oder er stellte einen mit Benzin gefüllten Brandsatz an die Gebäudewand. Beim Paul-Löbe-Haus, in dem sich unter anderem Besprechungszimmer der Abgeordneten befinden, wurde außerdem im Innenhof ein Fenster beschädigt.
Zu größeren Bränden kam es nie, auch wurde niemand verletzt. Oft erloschen die Brandsätze von selbst und hinterließen nur leichte Verrußungen der Glas- oder Betonfassaden und Beschädigungen auf dem Gehweg.
In der Nacht zum 8. Juni wollte der mutmaßliche Täter schon einmal auf das Gelände des Bundeskanzleramtes vordringen, scheiterte aber. Diese Tat wird nur als versuchte Brandstiftung gewertet.