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Umweltschutzbewegung : „Extinction Rebellion“ startet Protest in Berlin

  • Aktualisiert am

Aktivisten der „Extinction Rebellion“ am Montagmorgen an der Berliner Siegessäule Bild: Reuters

Im Regierungsviertel haben die Klima-Aktivisten ihr Lager aufgeschlagen, nun schwärmen sie in die ganze Stadt aus, um den Berliner Verkehr zu stören. Während die Proteste in Deutschland bislang friedlich verlaufen, kam es andernorts zu ersten Festnahmen.

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          Die Aktivistengruppe „Extinction Rebellion“ hat am frühen Montagmorgen in Berlin ihre Protestaktion für mehr Klimaschutz gestartet. Dutzende Anhänger liefen vom Regierungsviertel zur Siegessäule im Ortsteil Tiergarten, wo sie kurz vor Beginn des Berufsverkehrs den Großen Stern – einen Verkehrsknotenpunkt in der Hauptstadt – besetzten. Dort stellten sie eine Arche auf, die an das Artensterben erinnern soll. Am Mittag hielt die ehemalige Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete auf dem hölzernen Boot namens „Rebella“ eine Rede. „Es ist mehr als Zeit, dass die Regierung die Wahrheit sagt und den ökologischen Notstand ausruft“, forderte sie. „Wir befinden uns in einer existenziellen weltweiten Krise, die sich immer schneller verstärkt.“ Sie sei froh, dass sich „Extinction Rebellion“ dazu entschlossen habe, „die ganze Woche hier zu bleiben, um Berlin Tag und Nacht zu blockieren“, sagte Rackete unter großem Applaus der laut Polizei etwa 1000 Demonstranten an der Siegessäule.

          Die Veranstalter sprachen dagegen von 1200 Teilnehmern und verteilten Handzettel an die Polizei mit dem Hinweis, dass sie die Erde gewaltfrei retten wollen. „Wir bitte Euch: Respektiert unsere körperliche Unversehrtheit!“, hieß es auf den Zetteln. Am Mittag erreichten 170 Demonstranten den Potsdamer Platz. Dort stellten sie Blumentöpfe, Sofas, Tische und Stühle auf die Kreuzung. Die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer, die zu den führenden Gesichtern von Fridays for Future in Deutschland gehört, unterstützte die Proteste mit einer Rede. „Wir brauchen Menschen, die in Massen, in nie dagewesenen Massen auf die Straßen gehen und anfangen, Teil der Lösung zu werden“, sagte sie.

          Die Polizei appellierte an Autofahrer: „Bitte seien Sie vorsichtig und umfahren den Bereich.“ Berlins Innensenator Andreas Geisel kündigte ein Vorgehen „mit Augenmaß“ gegen die Umweltschützer an. Man werde sich die Versammlungen anschauen und einige auch eine Weile gewähren lassen, sagte der SPD-Politiker dem Inforadio des RBB. „Es ist ja so, dass wir Blockaden, Veranstaltungen durchaus als spontane Demonstrationen werten können, die ja nach Demonstrationsrecht zulässig sind“, sagte Geisel weiter. Man sei aber auch bereit, energischer vorzugehen, wenn etwa Gewalt angewendet werde oder Infrastrukturen wie der Flughafen betroffen seien.

          Weltweiter Protest

          Mit Blockaden und anderen Protestaktionen will die Umweltschutzbewegung von Montag an nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Großstädten in aller Welt auf die drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen. Aktionen soll es unter anderem in Paris, Madrid, New York und Buenos Aires geben. In der neuseeländischen Hauptstadt Wellington sind der Polizei zufolge mehr als 30 Aktivisten vorübergehend festgenommen worden. In Sydney verhaftete die Polizei 30 Menschen, die sich geweigert hatten, eine Straße nahe dem Hauptbahnhof zu räumen. Demonstrationen in Melbourne und Brisbane verliefen laut Medienberichten dagegen größtenteils ohne Zwischenfälle.

          In London blockierten mehrere Gruppen von Demonstranten die Westminster Bridge und Straßen im Regierungsviertel. Insgesamt wurden dort bislang mehr als 20 Protest-Teilnehmer verhaftet. In Amsterdam hat die Polizei etwa 50 Demonstranten bei einer Blockade-Aktion vorläufig festgenommen. Der Einsatz verlief nach Medien-Angaben zunächst friedlich. Die vorwiegend jungen Demonstranten hatten am frühen Montagmorgen eine wichtige Durchgangsstraße beim Amsterdamer Reichsmuseum blockiert und Dutzende kleine Zelte aufgestellt. Sie sangen Lieder und trugen Transparente mit Aufschriften wie „Es gibt keinen Planet B“ oder „Seid ehrlich!“ Die Stadt hatte die Protestaktion jedoch an dieser Stelle verboten.

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