https://www.faz.net/-gpf-a85fy

Paris für Baustopp : Deutschland hat sich bei Nord Stream 2 isoliert

Rohre für den Bau der Erdgaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland werden im Hafen Mukran auf der Insel Rügen gelagert. Bild: dpa

Die Bundesregierung hält nicht nur gegen den Willen der Osteuropäer an Putins Pipeline fest. Sondern auch gegen den Frankreichs und der Brüsseler Kommission. Damit schwächt sie die EU.

          1 Min.

          Es war zu erwarten, dass die Bundesregierung die französische Aufforderung zurückweisen würde, den Bau von Nord Stream 2 zu stoppen. Die Wortmeldung aus Paris hat jedoch ein weiteres Mal gezeigt, dass innerhalb der EU nicht nur die Osteuropäer gegen die russische Gaspipeline wettern, die von Russland durch die Ostsee direkt nach Deutschland führen soll. Berlin hat sich mit seinem sturen Festhalten an dem Projekt innerhalb der EU isoliert. Der außenpolitische Schaden, den Deutschland für diese Leitung in Kauf nimmt, wäre deshalb auch ohne das darüber bestehende Zerwürfnis mit den Vereinigten Staaten schon groß genug.

          Washingtons Kritik an Nord Stream 2 wird hierzulande oft mit der Behauptung abgetan, Amerika wolle hier nur sein Fracking-Gas verkaufen. Die Einwände aus Frankreich kann man nicht so leicht beiseite wischen. Paris hat dieselben politischen Bedenken wie die EU-Kommission und die Osteuropäer (die aus Deutschland in dieser Frage oft bemerkenswert herablassende Töne zu hören bekommen): Nord Stream 2 ist ein geopolitisches Projekt Putins, das der europäischen Energiepolitik und der EU-Unterstützung für die Ukraine zuwiderläuft.

          Einer ernsthaften Debatte darüber gehen die Befürworter von Nord Stream 2 freilich aus dem Weg, indem sie an der Fiktion festhalten, es handle sich um ein rein wirtschaftliches Vorhaben. Auf diese Weise schwächt Berlin die Position der EU im Verhältnis zu Russland.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          „Es ist kein Krieg, aber ein Kampf" Video-Seite öffnen

          Fischerei-Streit : „Es ist kein Krieg, aber ein Kampf"

          Das sagte die zuständige französische Ministerin im Streit um die Vergabe von Fischereilizenzen zwischen der EU und Großbritannien. Am Donnerstag hatte Paris einen britischen Kutter beschlagnahmt.

          Topmeldungen

          Facebook Gründer Mark Zuckerberg stellt den neuen Namen des Konzerns bei dem digitalen Event vor.

          Zuckerberg gibt bekannt : Aus Facebook wird „Meta“

          Inmitten der Whistleblower-Affäre benennt Mark Zuckerberg sein Unternehmen um. Der bisherige Name sei zwar eine „Ikone“, aber nicht mehr zeitgemäß. Und der neue Name? Steht für eine ambitionierte Vision.
          Militärparade zum siebzigsten Geburtstag der Volksrepublik China im Oktober 2019 in Peking

          Pentagon bestätigt Waffentest : „Sehr nah an einem Sputnik-Moment“

          Das amerikanische Verteidigungsministerium hat erstmals den Test eines neuen chinesischen Hyperschallwaffensystems bestätigt. Eine solche Waffe könnte das amerikanische Abwehrsystem umgehen. Peking spricht von einem Routine-Test.

          0:5-Debakel im DFB-Pokal : Ist bei den Bayern etwa mehr kaputt?

          Die Schmach von Gladbach ist für die Mia-san-mia-Münchner nur ein Ausrutscher. Oder doch nicht? Die Bayern rätseln über die Ursachen und befürchten nachhaltigen Schaden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.