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Berlin-Besuch : Berlusconi: Westliche Kultur dem Islam überlegen

  • Aktualisiert am

Provoziert die islamische Welt: Silvio Berlusconi Bild: dpa

Italiens Ministerpräsident Berlusconi hat eine Überlegenheit des westlichen Wertesystem gegenüber dem Islam ausgemacht.

          2 Min.

          Die westliche Zivilisation ist nach Ansicht des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi der islamischen Welt überlegen und sollte sich dessen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus auch bewusst sein.

          Die Überlegenheit bestehe im Wertesystem des Westens, das zu einem breiten Wohlstand geführt habe und das den Respekt der Menschenrechte und der Religion garantiere, sagte Berlusconi am Mittwoch in Berlin.

          Islam ohne Respekt“

          Diesen Respekt gebe es in moslemischen Ländern nicht. Gemeinsam mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bekräftigte er die unbedingte Solidarität mit den Vereinigten Staaten im Kampf gegen den Terrorismus.

          Vor wenigen Tagen hatte Präsident George W. Bush den angekündigten Kampf gegen den Terrorismus als einen Kreuzzug bezeichnet. Dadurch sahen sich viele moslemische Länder an die Feldzüge des Mittelalters erinnert, in denen im Namen der katholischen Kirche die Moslems aus Jerusalem vertrieben werden sollten. Bush verwendete die Bemerkung später nicht mehr.

          Möglichst viele islamische Staaten einbinden

          Schröder sagte nach einem Treffen mit Berlusconi, beide seien sich einig, dass in der angestrebten internationalen Koalition gegen den Terrorismus möglichst viele islamische Staaten mitarbeiten müssten. Aufgabe einer solchen Koalition werde es auch sein, die politischen Rahmenbedingungen, etwa im Nahen Osten, zu verbessern. Es sei unbedingt notwendig, dass der Nahost-Friedensprozess wieder in Bewegung gebracht werde. „Er ist einer der wichtigsten Gesichtspunkte bei der Bekämpfung von Terror, insofern man Legitimation für so etwas, auch wenn es Scheinlegitimation ist, beseitigt", sagte Schröder.

          Berlusconi ergänzte, er sei sich mit Schröder einig, weitere wirtschaftliche Anstrengungen zu unternehmen, um etwa der palästinensischen Jugend eine Zukunftsperspektive geben zu können.

          Schröder sagte, es sei noch zu früh, aus den Anschlägen von New York und Washington Konsequenzen zu ziehen, die über das hinausgingen, was die Zentralbanken bereits getan hätten. „Europa wäre schlecht beraten, wenn es vom Stabilitätspakt abweichen würde.“ Die Notenbank der USA und die Europäische Zentralbank (EZB) hatten nach den Anschlägen die Zinsen gesenkt, auch um einer befürchteten Kaufzurückhaltung der Verbraucher entgegen zu wirken.

          „merkwürdige Übereinstimmung“

          Berlusconi sieht eine „merkwürdige Übereinstimmung“ zwischen den Globalisierungsgegnern und den islamischen Terroristen. Beide seien Gegner der westlichen Zivilisation, sagte Berlusconi am Mittwoch in Berlin im Gespräch mit italienischen Journalisten. Beim G-8-Gipfel in Genua, bei dem es schwere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gab, hätten junge Menschen gegen die westliche Zivilisation demonstriert.

          Zu den Motiven der islamischen Terroristen von New York und Washington habe auch gehört, den Einfluss der westlichen Zivilisation zu stoppen, sagte Berlusconi nach einem Agenturbericht.

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